Dieter Hallervorden (links) bei der Vorstellung seines neuen Programms im Schlosspark Theater.

Langsam kehrt das Leben auf die Bühnen der Stadt zurück – nach langer Corona-Pause sind die ersten Theater wieder offen, bei anderen geht der Spielbetrieb demnächst wieder los. KURIER gibt einen kleinen Überblick, was es jetzt und in den nächsten Wochen unter anderem zu sehen gibt.

Eines eint die Theater-Macher auch in Krisen-Zeiten: Viele wollen kämpfen, ihre geliebten Bühnen sollen nicht sterben. „Wir werden dieses Theater nicht untergehen lassen“, sagte etwa Kabarettist Dieter Hallervorden (84) über sein Schlosspark-Theater in Steglitz. Hier ging der Spielbetrieb bereits Mitte August mit dem Monty-Python-Musical „Spamalot“ wieder los. Pünktlich zum 85. Geburtstag des Theater-Direktors wird am 5. September die Premiere des Stückes „Gottes Lebenslauf“ gefeiert – Hallervorden spielt selbst mit.

Er wolle nicht lange darüber reden, wie schwer die Zeiten seien, sagte er. Viele sagten ihm, dass er am billigsten davonkomme, wenn er das Theater geschlossen lasse. „Aber das genau ist ja nun nicht meine Philosophie.“ Im Zuschauerraum würden nun weniger Plätze besetzt, um die Abstandsregeln einzuhalten. Zudem solle das Theaterteam regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Damit müssten auf der Bühne keine Abstandsregeln eingehalten werden, sagte Hallervorden. 

Unter Auflagen können die Zuschauer auch in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater Platz nehmen. Aktuell ist hier „Kurz, Knapp und Knackig – Die Geschichte des Schlagers“ zu sehen. Katharina Thalbach und Thomas Quasthoff singen sich hier durch die Vielfalt des Musik-Genres. 

Bar jeder Vernunft und Tipi am Kanzleramt melden sich im September ebenfalls zurück. Auch hier geht es unter Auflagen in eine neue Spielzeit. „Die Wiedereröffnung wird konform zu allen Verordnungen erfolgen. Die geplanten Maßnahmen beinhalten u.a. eine Reduktion der Gästekapazität, verändertes Besuchermanagement und erweiterte Schutz- und Hygienemaßnahmen“, heißt es. Ab 8. September ist im Tipi  etwa Desireé Nick zu Gast, die spitzeste Zunge der Hauptstadt präsentiert ihre Chancon-Revue „Mutter Corsage“.

Auch im Berliner Varieté „Wintergarten zieht wieder Leben ein, hier allerdings erst in einem Monat. Am 1. Oktober wird hier Premiere der zweiten 20er-Jahre-Show gefeiert (Voraufführungen ab 23. September). Die erste musste kurz nach der Premiere abgeblasen werden, weil der Lockdown kam. Nun kehren die rauschenden Nächte zurück – wie schon bei „2020“, der ersten Produktion, die an der Jahrzehnt erinnerte.

Auch Morde gibt es inzwischen wieder – in den heiligen Hallen des Kriminal-Theater in der Palisadenstraße in Friedrichshain. Allabendlich kommen hier – nun mit etwas mehr Abstand – Krimi-Stücke auf die Bühne. Im September laufen unter anderem „Der Tatortreiniger“ nach der TV-Serie und „Der Seelenbrecher“ nach einem Buch von Sebastian Fitzek. Auch der Klassiker „Die Mausefalle“ ist wieder zu sehen.

Schon länger wieder offen ist das BKA-Theater am Mehringdamm - auch hier gibt es wieder ein buntes Programm. Der Unterschied zu vorher: Während sich das kleine Haus mit Livestreams über die Krise rettete, können nun wieder mehr Gäste im Zuschauerraum sitzen, die Übertragungen im Netz werden Stück für Stück eingestellt. Im September ist hier unter anderem die Revue „Die wilden Weiber von Neukölln“ mit Kult-Travestie-Star Ades Zabel und seiner Company zu sehen, außerdem präsentiert Sigrid Grajek das Programm „Berlin, die 1920er Jahre – eine Stadt im Taumel“.