Beengte Wohnverhältnisse treiben die Pandemie an.
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Die Corona-Pandemie hat Berlin weiterhin im Griff: Binnen 24 Stunden haben sich erneut Hunderte Menschen mit dem Virus angesteckt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am frühen Donnerstagmorgen 510 neue Ansteckungen – am Vortag waren es 553 gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach weiterhin bei 69,2. Die Zahl gibt an, wie viele neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden.

Spitzenreiter unter den Berliner Bezirken ist Neukölln mit einem Inzidenzwert von 96,1, gefolgt von Spandau mit 86,9. Friedrichshain-Kreuzberg mit 82,3 und Mitte mit 81,4 liegen knapp dahinter. Die niedrigste Inzidenz Berlins weist mit Abstand Treptow-Köpenick auf: nur 26,3 von 100.000 Bewohnern haben sich dort infiziert.

Niedrige Corona-Impfraten, hohe Inzidenzen

Die Gesundheitsämter beobachten, dass die Ansteckungsraten in engen Wohnverhältnissen besonders hoch ist. In Berlins Problembezirken ist zudem die Impfrate besonders niedrig, die Inzidenz entsprechend deutlich erhöht.

Seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren haben sich damit in Berlin laut RKI 188.191 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, der Großteil davon gilt als genesen. Bisher sind 3588 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Ansteckung gestorben, damit ist ein weiterer Todesfall hinzugekommen.

RKI registriert deutschlandweit 9280 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 48,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auch deutschlandweit weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 48,8 - am Vortag hatte der Wert 44,2 betragen, vor einer Woche 30,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 9280 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 5578 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 13 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 853 055 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 693 400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 956.