Der Regen hat eine Pfütze vor dem Brandenburger Tor gebildet, doch die Böden bleiben knochentrocken. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Der goldene Oktober fällt aus, stattdessen bestimmt Herbst-Tristesse das Wetter in unserer Region. Mehr als zehn Grad Celsius dürfen wir am Mittwoch nicht erwarten, dafür fällt Dauerregen. Für den Süden Brandenburgs erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) ergiebige Niederschläge von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter. Im Laufe des Tages dreht der Wind böig auf, im Osten erwartet der DWD vereinzelte Sturmböen.

Alarm schlägt Dominik Jung vom Portal wetter.net für die Ostsee: Der Wetterexperte rechnet mit schweren Sturmböen um die 90 km/h, stellenweise auch bis zu 100 km/h. „Hier droht ein Sturmhochwasser, da der Nordostwind das Wasser in die Küsten drückt und dadurch der Pegel der Ostsee ansteigt.“ Der Wind wird nach Einschätzung des DWD zum Abend abflauen, aber auch in den kommenden Tagen bleibt es grau, und immer wieder wird es bei ungemütlichen Höchstwerten knapp über zehn Grad regnen.

Noch herbstlicher wird es nachts mit einstelligen Tiefstwerten, die bis zum Wochenende bis auf die 3-Grad-Marke absacken. In höheren Lagen fällt sogar bereits Schnee – Langfrist-Prognosen lassen sogar auf einen bevorstehenden eher kühlen Winter hoffen.

Böden bleiben knochentrocken

All dies sollte aber nicht vor dem wahren Drama ablenken: Trotz der aktuellen Regenfälle befinden wir uns gerade im dritten Dürrejahr in Folge. Tatsächlich haben wir nämlich einen ziemlich trockenen Sommer hinter uns. Zwar ist immer wieder hier und da Regen gefallen, aber in viel zu geringen Mengen, wie Wetterexperte Dominik Jung erklärt: „Die große Trockenheit in tiefen Bodenschichten konnte bisher kaum gelindert werden.“

Ein Blick auf die nachfolgende Karte zeigt die Dürre in Bodenschichten bis 1,8 m Tiefe – und die Bilanz bezeichnet Meteorologe Jung als „erschreckend“.

Dürre in Deutschland in tiefen Bodenschichten, Stand: 12. Oktober 2020
Quelle: www.ufz.de

Deutschland, das Land der Wälder, Seen und Flüsse, es „scheint zur Wüste werden zu wollen“, so Jung. Zwar regnet es im Osten, aber der Westen trocknet auch in den kommenden Tagen weiter vor sich hin. „Insgesamt fehlen in Deutschland rund 200 bis 300 Liter Niederschlag pro Quadratmeter“. Das enorme Regendefizit hat sich seit 2018 nicht abgebaut, sondern nimmt weiter zu.