Polizisten erklären den Menschen am Brandenburger Tor, dass keine Demo stattfinden wird. Volkmar Otto

Einige Gegner der Corona-Regeln haben sich trotz des Verbots einer geplanten Demonstration am Sonnabendmittag am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte versammelt. Die Polizei sprach von einer Menge „im unteren dreistelligen Bereich“. Darunter seien jedoch auch zahlreiche Touristen, die nicht für einen Protest vor Ort seien.

Die Polizei rief per Lautsprecherdurchsage dazu auf, den Ort zu verlassen: „Die Versammlung wurde verboten, wir fordern alle Personen auf, sich zu entfernen.“ Einige Anwesende trugen Plakate und T-Shirts mit Slogans gegen die Corona-Impfkampagne. Mit roten Schleifen an der Kleidung wollten sie darauf hinweisen, dass die Träger ungeimpft seien.

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Ein Mann wird festgenommen

Mindestens ein Mann verhielt sich aggressiv. Er wurde von der Polizei festgenommen und abgeführt. Dabei protestierte er lautstark.

Angemeldet waren ursprünglich 2000 Menschen, die vom Brandenburger Tor aus durch das Regierungsviertel ziehen wollten. Nach dem Stand der Polizei vom Sonnabendmittag hätte das Verbot trotz eines Einspruchs vor dem Verwaltungsgericht weiterhin Bestand. Grund waren zu erwartende Verstöße gegen Corona-Regeln wie die Pflicht zum Maskentragen und Abstand halten.

Die Polizei wiederholte später ihre Lautsprecherdurchsagen. „Hier wird heute keine Demonstration stattfinden, auch nicht an anderen Versammlungsorten“, hieß es. Trotzdem näherten sich immer wieder vereinzelte Protestierende dem Brandenburger Tor.

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Veranstalter „schockiert“ über Verbot

Die Polizei hatte die Lage aber im Griff. Größere Menschenansammlungen konnten vermieden werden. 

Die Juristin Nicole Reese, die die Demo mit der Schauspielerin Miriam Stein und der Initiative #friedlichzusammen abhalten wollte, kritisierte in der Berliner Zeitung das Verbot. „Wir sind schockiert über die Untersagung, denn wir haben im Vorfeld ausdrücklich klargemacht, dass wir uns an die Hygiene-Auflagen wie Mundschutz und Abstand halten werden.“

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Trotz intensiver Verhandlungen untersagten die Berliner Behörden am Freitagnachmittag die Demonstration. Ein großer AfD-Aufmarsch am vergangenem Sonnabend hingegen sei erlaubt worden, sagte Reese.