Die Angst vor dem Coronavirus COVID-19 hat viele Menschen dazu gebracht, Vorräte zu beschaffen.  Foto: imago-images

Berlin - Der Ansturm auf die Berliner Supermärkte bereitet vielen Menschen ernste Sorgen. Sie fragen sich, ob die Handelsketten angesichts der Panik-Käufe noch lange für Nachschub sorgen können. Die klare Antwort der Anbieter: Ja! Rewe, Edeka, Aldi und Co. geben Entwarnung. Für den Notfall bietet die Lufthansa jetzt sogar an, eine Waren-Luftbrücke zu organisieren.

Die Lebensmittelversorgung läuft. Die Versorgungsketten sind weitgehend stabil. Rewe, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, hat bereits in den vergangenen Tagen die Frequenz der Warenbelieferung erhöht. Transportprobleme wegen der dicht gemachten Grenzen gebe es bis jetzt nicht, so Rewe-Sprecher Andreas Krämer zum KURIER. 

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Transportzeiten verlängern sich durch Grenzkontrollen

Die Lkw-Transportzeiten hätten sich durch die Grenzkontrollen zwar verlängert. Aber: „Die bisherigen Beschränkungen beziehen sich auf den Personen- und nicht auf den Warenverkehr“, sagt Krämer. Rewe beobachte die Lage und bereite sich darauf vor, bei Bedarf „alternative Bezugsquellen“ zu nutzen. 

Der Warenbestand in den deutschen Rewe-Lagern wurde bereits gezielt erhöht, um mögliche transportbedingte Schwankungen ausgleichen zu können. „Denn wir gehen nicht von einer kurzfristigen Änderung der Situation aus“, sagt Krämer. Die Mitarbeiter in den Supermärkten, den Logistikzentren und den Zentralen würden „mit äußerstem und unermüdlichem Einsatz“ arbeiten, um die Warenversorgung aufrechtzuerhalten. 

Viele Erzeuger produzieren in Deutschland

Die Ketten Edeka, Aldi, Real und Kaufland gehen ebenfalls fest davon aus, dass die Warenversorgung in Berlin und Deutschland sichergestellt ist. Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels betont, dass viele Erzeuger ohnehin in Deutschland selbst sitzen. Bei Obst und Gemüse ist das zwar anders. Aber laut Rewe-Sprecher Krämer gibt es den Vorteil, dass wir jetzt „auf die erste deutsche Ernte des Jahres zusteuern“ – zum Beispiel bei Tomaten und Paprika.

Auch Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte gestern: „Die Lebensmittelversorgung ist gesichert.“ Sie rechne nicht mit Preiserhöhungen. 

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Einkäufe nicht nur zum Wochenende erledigen

Stefan Genth, Chef des Handelsverbands Deutschlands, ruft Kunden aber dazu auf, den Haupteinkauf nicht nur Freitag und Sonnabend zu erledigen. Das gebe Spielraum, Regale nachzufüllen. Für die Arbeit in Supermärkten werden jetzt überall Aushilfen gesucht – etwa Studenten. Genth betont, das System der Logistik-Ketten und Zentrallager laufe. Er fordert, Lkw-Lieferungen auch sonntags und abends zu erlauben.

Die Lufthansa arbeitet derweil an Plänen für eine Luftbrücke zur Warenversorgung Deutschlands. Sie prüft, ob Passagierjumbos (Boeing 747) als Frachtflieger helfen können. (mit dpa)