Vera Kretzschmar und ihre Zusteller-Kollegen sorgen dafür, dass Leser den KURIER bekommen. Foto: privat/Mittelstädt

Berlin - Wenn Berlin noch schläft, sind sie schon aktiv. Hunderte von Frauen und Männern, die in den frühen Morgenstunden auch in der Corona-Krise in der Stadt unterwegs sind, um KURIER-Lesern täglich die Zeitung nach Hause zu bringen. Eine der Heldinnen am Briefkasten ist Vera Kretzschmar (55).

Die Frau aus Hohenschönhausen gehört zu den 450 Zustellern, die in den Bezirken Lichtenberg und Treptow-Köpenick für 250000 Haushalte die Zeitungen austragen. Um Mitternacht beginnt ihr Arbeitstag. Im Verteilerzentrum (Josef-Orlopp-Straße), wo Zeitungen wie der KURIER für die Touren vorsortiert werden. Um 2.30 Uhr geht das Zustellen los. „Zu Fuß und mit dem Zeitungswagen ziehe ich von Haus zu Haus“, sagt Kretzschmar. „Zwei Stunden bin ich im Einsatz.“

Ihr Revier reicht von der Bernhard-Bästlein-Straße, vom Weißenseer Weg bis zur Landsberger Allee. Fast sechs Kilometer, die Kretzschmar täglich läuft, damit die Leser ihren KURIER bekommen. Und das bei jedem Wetter, egal ob es regnet oder stürmt. „Sogar bei dem Orkantief Sabine im Februar waren wir unterwegs“, sagt sie.  Gegen sechs Uhr hat sie Feierabend.

Kretzschmar macht seit zehn Jahren diesen Job „mit Leib und Seele“, wie sie sagt. Von Kunden, die die Zustellerin am Tage trifft, weiß sie, wie wichtig Zeitungen für die Berliner sind. „Besonders für ältere Menschen, die in der Corona-Zeit jetzt zuhause bleiben, sind sie  eine  wichtige Verbindung in die Außenwelt.“ Die Zustellerin hat keine Furcht vor dem Virus. „Im Verteilerzentrum trage ich als Schutz eine Maske, und auf meiner Tour treffe ich ja kaum Menschen an“, sagt sie. „Krankenschwestern oder Pfleger sind da eher in Gefahr. Sie sind in diesen Tagen meine Helden.“