Der Weiße See im Bezirk Pankow mit Blick auf das Café Milchhäuschen. Foto: imago images/Jürgen Ritter

Die Zahlen klingen dramatisch: Wegen der Trockenheit fehlen dem Weißen See aktuell 37.000 Kubikmeter Wasser. Der Wasserspiegel liege knapp einen halben Meter unter der Normalhöhe – das antworteten Senat und Bezirk auf eine Anfrage der CDU. 37.000 Kubikmeter entsprechen 37 Millionen Liter Wasser. „Es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass bedingt durch den Klimawandel auch Kleingewässer zunehmend an Wassermangel leiden werden“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Ein neuer Brunnen, mit dessen Hilfe der See mit Grundwasser aufgefüllt werden sollte, koste insgesamt rund 100.000 Euro, heißt es weiter in der Antwort des Senats. Leider ist das Wasser demnach aber zu stark mit „leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen“ belastet, sodass derzeit an einem Konzept zur Reinigung des Grundwassers ab dem kommenden Jahr gearbeitet wird. Seit Mitte August wird auch normales Leitungswasser eingeleitet. Das wiederum kommt dem Bezirk teuer zu stehen.

Der Betreiber des Strandbads Weißensee, Alexander Schüller, nennt dem KURIER vier Gründe für die Austrocknung. „Mit der zunehmenden Bebauung in unserem Ortsteil kann der See weniger Regenwasser aufnehmen. Die Pumpen, die bis vor ein bis zwei Jahren das Grundwasser in den See geleitet haben, sind kaputt. Und der neue Brunnen, den der Bezirk hat bauen lassen, liefert kein sauberes Wasser und muss jetzt nachgerüstet werden.“ Der vierte Grund seien die Badegäste selbst, so Schüller. An warmen Tagen sei nicht nur sein Strandbad voll, die Leute sitzen auch an den wilden Badestellen. „Mit langen Badeshorts, T-Shirts und Badeanzügen tragen die vielen Badegäste das Wasser regelrecht aus dem See“, sagt er.

Schüller empört sich zudem über die Aussagen von Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Benn hat vor vier Wochen gesagt, dass man im schlimmsten Fall an den Punkt komme, an dem man Naturorten mitten in der Stadt nicht mehr helfen könne. Für den Betreiber vom Strandbad Weißensee kommt so eine Aufgeberhaltung nicht infrage.