Die traurige Patchworkfamilie Bargel: Kirstin und Andreas mit den Kindern Robin (9), Tabea (12) und Amy (10).  Foto: Volkmar Otto

Diese Patchwork-Familie engagiert sich für bedürftige Menschen, nun braucht sie selbst Hilfe: Als Kirstin (51) und Andreas Bargel (56) vor vier Tagen mit zwei Kindern und einem Enkel in den Urlaub fahren wollten, brannte ihr Fiat Scudo komplett aus. Zum Glück konnten sich die Bargels in Sicherheit bringen. Doch sie erleben nicht nur die traurigsten Ferien aller Zeiten, ohne ihren Bus sind sie auch im Alltag aufgeschmissen.

„Wie schnell man im Leben etwas verlieren kann. Plötzlich steht man vor einem Haufen Probleme“, sagt Vater Andreas Bargel leise und kann seine Tränen kaum zurückhalten. Der ausgebrannte Bus, mit dem sie für drei Wochen ins Allgäu verreisen wollte, ist ein wichtiges Transportmittel. Nicht nur für die Großfamilie, zu der noch drei ältere Kinder, zwei Enkel und eine Urgroßmutter gehören. „Wir betreuen auch noch eine demente Dame aus unserer Nachbarschaft und fahren sie zu Terminen“, sagt Bargel, der außerdem gemeinsam mit seiner Frau ehrenamtlich zwei Mal in der Woche eine mobile Suppenküche der Heilsarmee für obdachlose Menschen betreut.

Nun ist die Familie aus Friedenau selbst in der Bedrouille. Sie sitzt in ihrem Wohnzimmer mit all ihrem Gepäck, das sie noch aus ihrem brennenden Fahrzeug retten konnten. „Unser Dachkoffer mit unseren ganzen Schuhen und der Computer unserer Kinder ist mit abgebrannt“, sagt Kirstin Bargel. Etwa 80 Kilometer hinter Berlin fing der 12 Jahre alte Neunsitzer mitten auf der Autobahn plötzlich Feuer. „Ich sah aus der Motorhaube dicke dunkle Rauchschwaden aufsteigen und konnte gerade noch auf den nächstgelegen Rastplatz fahren“, sagt Andreas Bargel. Bevor der Wagen vollständig in Flammen aufgegangen sei, habe er es gerade noch geschafft, seine Familie und danach einen Großteil des Gepäcks herauszuholen.

Der Bus ist nur noch ein Flammenmeer.
Foto : Privat

Drei LKW-Fahrer hätten ihm geholfen den Brand zu löschen, doch das Fahrzeug sei nicht mehr brauchbar. Das Tragische: „Es war noch nicht abbezahlt, und wir müssen noch eine Restschuld von 4000 Euro begleichen“, so der Familienvater. Zwar hätten seine Ehefrau und er beide einen Job, aber da sie davon ihre gesamte  Patchworkfamilie ernähren müssten, reiche es für einen neuen Bus nicht aus.

Die Bargels hatten sich zudem so auf ihre Ferien gefreut. „Nach dem Homeschooling mit drei Kindern in der Corona-Zeit waren wir alle mit den Nerven am Ende“, sagt Kirstin Bargel. Sie und ihr Mann hoffen, dass ihre traurigen Ferien noch ein gutes Ende nehmen. „Vielleicht liest zufällig jemand von unserer Misere, der einen gut erhaltenen Bus günstig abzugeben hat, der noch nicht so viele Jahre und Kilometer auf dem Buckel hat“, sagt Andreas Bargel. Dann können sie vielleicht doch noch unbeschwert Urlaub machen.