Unfälle

Tote und Fahrerflucht – auf Berlins Straßen wird es immer schlimmer

Fühlt man sich auf Berlins Straßen eigentlich noch sicher? Nach vielen schlimmen Unfällen in letzten Zeit gibt es Zweifel daran.

Author - Sebastian Krause
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In Berlin gibt es immer mehr schwere Unfälle. Viele davon enden mit Fahrerflucht oder tödlich.
In Berlin gibt es immer mehr schwere Unfälle. Viele davon enden mit Fahrerflucht oder tödlich.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Wie schlimm wird es auf Berlins Straßen eigentlich noch? Schwere Unfälle, Massenkarambolagen, wilde Verfolgungsjagden, Fluchtversuche, Silvesterausschreitungen, Rasereien. Es gibt wohl nichts, was die Stadt noch nicht gesehen hat.

Dieser Fall aber ist an skrupellosem Verhalten und Egoismus nicht zu überbieten. Am Samstag verstarb ein 16 Jahre alter Jugendlicher an den Folgen schwerer Verletzungen durch einen Unfall. Der Unfallfahrer hatte seinen lebensgefährlich verletzten Beifahrer im Stich gelassen und war geflüchtet.

Den Angaben der Polizei zufolge fuhr der unbekannte Fahrer in der Nacht zu Freitag in Reinickendorf gegen einen geparkten Lkw. Durch den Zusammenstoß sei die Front des Autos verformt worden und der Motorraum in Brand geraten. Vorbeifahrende Einsatzkräfte zogen den Beifahrer aus dem Auto und reanimierten ihn, während der Fahrer sich vom Unfallort entfernte. Nach dieser Aktion musste der Jugendliche sein Leben lassen. Wie kann man nur so etwas tun?

Unfallverursacher in Zehlendorf stirbt an Verletzungen

Die Dramatik und Folgen bei schweren Unfällen in Berlin nehmen seit Jahren zu. Erst vor wenigen Tagen verursachte ein Fahrer im Bezirk Zehlendorf einen folgenschweren Crash und flüchtete vom Tatort. Dabei kam es zu einem erneuten Unfall. Der Mann starb an seinen schweren Verletzungen.

Er ist kein Einzelfall. „Neben den positiven Aspekten der Mobilität, wie individuelle Bewegungsfreiheit und Gewährleistung von Wirtschaft und Dienstleistungen, hat unsere Gesellschaft leider auch negative Auswirkungen des Verkehrs festzustellen“, heißt es von der Polizei Berlin zur Verkehrsunfallstatistik 2024.

Auf Berlins Straßen sterben 2024 55 Menschen

Daraus geht hervor, dass es 2024 auf Berlins Straßen 55 Tote gab. Darunter befanden sich 19 Frauen und 36 Männer. In 31 Fällen waren die Verstorbenen Hauptverursacher des Unfalls, in 19 Fällen lag Fremdverschulden vor, und in 5 Fällen war sowohl Eigen- als auch Fremdverschulden festzustellen. Der höchste Wert seit 2016.

Zunehmend muss sich die Polizei auch mit Fluchten auseinandersetzen – so wie im Fall des verstorbenen Beifahrers. Allein 2024 gab es 301 Fluchten vor polizeilichen Kontrollen – eine Zunahme von 39 im Vergleich zu 2023. Häufig werden sie ausgelöst „durch Banalitäten oder zur Verdeckung anderer Straftaten“, heißt es von der Polizei. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat.

Mehr Rücksicht nehmen auf Berlins Straßen

Berlins Straßen bleiben also ein unsicheres Pflaster. Vieles könnte sich aber bessern, wenn die Verkehrsteilnehmer nicht so egoistisch fahren und handeln würden. Auch wäre mehr Rücksichtnahme in manchen Situationen angebrachter. Dann würden vielleicht weniger Menschen auf den Straßen ihr Leben lassen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com