Maggie Garcia aus Peru hat Strickwaren aus Alpaka-Wolle im Gepäck. So eine schöne Mütze kostet 35 Euro. 
Volkmar Otto

Tunesien, Nepal, Iran, Ghana, Peru und Portugal in nur zwei Stunden? Die rasante Reise um die halbe Welt funktioniert nur in den Hallen unterm Funkturm. Auf der Messe Bazaar Berlin haben sich nach einer Corona-Pause endlich wieder Händler aus aller Welt eingefunden, um ihre Waren anzubieten. Gerade rechtzeitig, um schon einmal die ersten Weihnachtsgeschenke einzukaufen.

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Weihnachtsgeschenke aus aller Welt auf der Messe Bazaar

Auch wenn in diesem Jahr deutlich weniger Anbieter in den drei Hallen am Messegelände ihre Waren drapiert haben, klingt und riecht es wild und bunt wie immer. Aus der Afrika-Halle trommelt es, ein Stückchen weiter duftet es nach Räucherstäbchen. „Guten Morgen“, „How are you“, „Que tal?“ wehen die Wortfetzen in vielen Sprachen zwischen den Ständen. Die Augen und Ohren bleiben an immer wieder neuen Dingen und Köstlichkeiten hängen. Da gibt es spitze Hausschuhe aus Kirgistan, indische Gewänder, Schinken aus Tirol, bunte Taschen aus Ghana und über allem schwebt der Duft kolumbianischen Hochlandkaffees.

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Strümpfe aus der Mongolei für den Berliner Winter

Norwoo aus der mongolischen Provinz Arhangai mit der Hauptstadt Tsetserleg bietet warme Strümpfe aus Yak-Wolle an. Ihre Familie hält die Tiere seit langer Zeit, die Wolle der Tiere wird eingesammelt, wenn die Yaks sie verlieren. „Wir produzieren unsere Strümpfe in sehr kleinen Mengen“, sagt Norwoo. Der Berliner Winter fühlt sich mit warmen Füßen gleich nur noch halb so schlimm an.

Volkmar Otto
Norwoo verkauft ihre mongolischen Socken aus Yak-Wolle. Waschbar bei 30 Grad und schön warm. Die kleinen Socken kosten 10 Euro.

Auch am Stand von Maggie Garcia aus Peru kann man sich mit wärmenden Accessoires eindecken. Diesmal aber aus einer ganz anderen Ecke der Welt. Die farbenfrohen Mützen und Schals aus Alpaka-Wolle werden in Peru per Hand verarbeitet, sagt Maggie.

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Gewürze, Tees, Kerzen und Weihnachtsdekoration

Nur ein paar Schritte weiter südlich werden kulinarische Genüsse präsentiert: Safran aus dem Iran – das wertvolle Gewürz, die Fäden des Safrankrokusses – kosten pro Gramm 10 Euro. Dafür werden die dünnen Fäden aus den Blüten per Hand geerntet. Auch Rosenwasser, Berberitzen und Datteln gibt es hier. Viel Kunden bleiben stehen und probieren.

Volkmar Otto 
Safran aus dem Iran ist kostbar. Ein Gramm in der kleinen Flasche bekommt man für 10 Euro.

Ätherische Öle aus dem Nahen Osten

Am Stand von Mona ein Stückchen weiter kennen zwei ältere Herren sich bereits bestens aus und sind hier, um ihren Vorrat an Duftöl wieder aufzufüllen. Die kleine Ampulle hielt zwei Jahre, sagt einer der Herren, der sich für das Öl mit dem Namen „Harlem Sultan“ erwärmt.

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In den Flakons schimmert es verheißungsvoll: Sandelholz, Ambra, Weißer Moschus, Omri, und Liebesnächte heißen die Mischungen von ätherischen Ölen aus Tunesien. Sie werden auf dem Handgelenk, als Massageöl, in der Sauna oder in Duftlampen verwendet, erklärt Mona.

Volkmar Otto 
Bei Mona aus Tunesien mit ihren ätherischen Ölen fühlt man sich mitten in Berlin wie im Orient. 

Wenn man sich durch die Reihen der Stände treiben lässt, ist der graue Regentag, der draußen um das ICC hockt, schnell vergessen. Noch schneller, wenn man in das lächelnde Gesicht von Amer blickt. Der 71-Jährige verkauft mit seinem Team schon seit 41 Jahren Kunsthandwerk aus Tibet. Buddhas, Klangschalen, Gebetsfahnen stapeln sich an seinem Stand. Amer ist dankbar, dass er wieder hier sein kann, auch wenn in diesem Jahr alles eine Nummer kleiner ausfällt. „Wir sind hier, um den Neuanfang nach Corona mitzugestalten“, sagt er. Nächstes Jahr feiert die Messe ihr 60. Jubiläum. Auch da will Amer natürlich mit dabei sein.

Volkmar Otto
Amer verkauft tibetisches Kunsthandwerk. Der Buddha in seiner Hand kostet 160 Euro, aber er hat für jeden Geldbeutel ein Modell parat. 

Vom 3. bis 7. November 2021 findet der Bazaar Berlin zum 59. Mal auf dem Berliner Messegelände statt. In diesem Jahr pandemiebedingt in einem etwas kleineren Rahmen. Tickets gibt es nur online unter www.bazaar-berlin.de. Der Eintritt kostet 7, ermäßigt 4 Euro.

Tickets, Anfahrt und Eintritt zur Messe Bazaar Berlin

Der Eingang befindet sich an der Nordseite des ICC an der Masurenallee. Es gilt die 3G-Regel. Zutritt zum Veranstaltungsgelände wird nur mit Impfnachweis, negativem Test oder einem Genesungsnachweis gewährt, außerdem gilt eine Maskenpflicht. Für Kinder gilt: ab 12 Jahren Maskenpflicht und Testnachweis oder Schülerausweis. Kinder bis sechs Jahre müssen keine Maske tragen. Das Online-Tagesticket kostet 7 Euro. Es gilt als Comeback-Ticket für den Folgetag ab 15 Uhr.