Schläft ganz friedlich bei Mama Bibi: Das kleine Gorilla-Mädchen aus dem Zoo, das nun den Namen Tilla erhielt. Foto: Zoo Berlin 

Die Entscheidung ist gefallen. Tilla heißt das süße Gorilla-Mädchen, das vor knapp einem Monat im Berliner Zoo auf die Welt gekommen ist. Die Wahl war gar nicht so einfach. Aus über 17.000 Vorschlägen, die der Zoo von Tier-Fans aus Deutschland und dem Ausland erhielt, mussten sich Zoo-Chef Andreas Knieriem und die Pfleger für einen Namen entscheiden.

Vor über einer Woche hatte der älteste deutsche Tiergarten zur Namenswahl im Internet, auf Facebook, Twitter und Instagram aufgerufen. Zahlreiche Vorschläge kamen sogar ganz altmodisch mit der Post. Darunter Briefe, in denen sich neben den Namensideen auch Collagen, Zeitungsfotos oder von Kindern gemalte Zeichnungen befanden, die das Gorilla-Baby zeigen.

Im Gehege feiert Gorilla-Mama Bibi mit ihrer Kleinen die Taufe auf den Namen Tilla. Der Namenszug „Tilla“ besteht aus Reis. Foto:  Zoo Berlin

Kurz und knackig sollte der Name des Nachwuchses von Gorillaweibchen Bibi und Gorillamännchen Sango sein, das in der Nacht zum 15. Februar geboren wurde. „Hope“, „Covi“, „Locke“ gehörte zu den vielen Ideen, die damit auch einen Bezug zur aktuellen Corona-Situation herstellten. Selbst „Frau Merkel“ wurde als Namenspatin vorgeschlagen, berichtet Zoo-Sprecherin Philine Hachmeister.

„Wir waren überwältigt von den vielen Zusendungen“, sagt Zoo-Direktor Andreas Knieriem. „Es war nicht einfach, doch wir haben uns nun entschieden: Der kleine Gorilla heißt nun Tilla.“ Vor allem, weil sich dieser Satz auch noch so schön reimt.

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Im Gehege der Gorilla-Familie fand dann auch die Taufe des Jungtiers statt. Die Pfleger hatten einen Festschmaus in Form eines riesigen Kuchenbüfetts aus Reis, Himbeeren, Granatäpfeln, Paprika und Möhren hergerichtet, drehten ein Video von der Feier. „Anders als viele vermuten, besteht der Speiseplan der Gorillas größtenteils aus Salat und Gemüse“, sagt Zootierarzt André Schüle.

Die kleine Tilla ist seit 16 Jahren das erste Gorilla-Baby, das im Zoologischen Garten geboren wurde. Wann die Besucher die Kleine bestaunen dürfen, ist noch unklar. Derzeit arbeiten Zoo und auch der Tierpark an einem Plan, um die Tierhäuser wieder zu öffnen, die wegen des Lockdowns im vergangenem Herbst geschlossen wurden. Einzig ein Auftritt von Gorillamutter Bibi mit Tilla im Freien wäre möglich. Doch aufgrund der kühlen Witterung sehe der Zoo davon noch ab. „Die Chancen für einen Ausgang sind im April größer als im März“, sagt Zoo-Sprecherin Philine Hachmeister dem KURIER.

Viele Tier-Fans schickten Briefe mit ihre Namensvorschlägen, in denen sich Zeichnungen oder Collagen befanden, die das Gorilla-Baby zeigen. Foto: Zoo Berlin

Eine größere Herausforderung wird der für dieses Jahr geplante Bau eines neuen Menschenaffenhauses, das künftig Tilla und ihren Artgenossen ein größeres und naturnahes Heim bieten soll. Das Projekt brauche finanzielle Unterstützung, so Sprecherin Hachmeister. Denn aufgrund der Corona-Schließungen hatte der Zoo 2020 einen Einnahmeverlust in zweistelliger Millionenhöhe zu verzeichnen.

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Unter dem Motto „Mein Gorilla braucht ’ne Villa im Zoo“ (eine Anspielung auf den von Hans Albers gesungenen Schlager „Mein Gorilla hat ’ne Villa im Zoo“ aus den 30er-Jahren) will Zoo-Chef Knieriem nun für das Affenhaus Spenden sammeln.