Nachwuchs bei den seltenen Rothschild-Giraffen im Tierpark.
Foto:  Tierpark Berlin

Kaum ist der erste Teil der Afrika-Landschaft im Berliner Tierpark eröffnet, stellt sich auch schon Nachwuchs für den zweiten Teil des Bauprojekts ein. Eine seltene Rothschild-Giraffe wurde geboren, und das geht spektakulär vonstatten. Giraffen plumpsen auf die Welt. Ihre Mütter gebären im Stehen, sodass die Giraffen-Kinder das Licht der Welt im freien Fall aus bis zu zwei Metern Höhe erblicken.  

Unsicher reckt der kleine Giraffenbulle seinen grazilen Hals, bleibt dabei aber immer in der Nähe seiner Mutter. Rund anderthalb Jahre nach der Geburt ihres ersten Nachwuchses Ella brachte Giraffenkuh Amalka (6 Jahre) nach 15 Monaten Tragzeit am 5. Juni 2020 eine kleine männliche Giraffe zur Welt.

„Mit einer Größe von zwei Metern und geschätzt 60 kg Geburtsgewicht gehört der Nachwuchs zu einer echten Besonderheit – auch weil Rothschild-Giraffen im natürlichen Lebensraum bedroht sind“, erklärt Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. 

Mit acht Jahren sind Giraffenbullen ausgewachsen

Noch hat der kleine Giraffen-Junge keine markanten Hörner. Die stellen sich erst in der ersten Lebenswoche auf. Aber schon wenige Stunden nach der Geburt, bei der die Jungtiere auf dem Rücken landen, stehen sie auf eigenen Beinen. Der kleine Bulle wird nun bis zu anderthalb Jahre von seiner Mutter gesäugt. Erst dann beginnt er, feste Nahrung zu knabbern. 

Mit acht Jahren sind Giraffenbullen ausgewachsen und erreichen eine Höhe von bis zu 5,50 Metern. Im natürlichen Lebensraum sind Rothschild-Giraffen sehr selten, nur noch etwa 2000 Tiere ziehen durch die Savannen Ugandas und Kenias. Die größte Bedrohung stellt der Verlust ihres Lebensraumes sowie Wilderei dar. Zum Schutz der Säugetiere unterstützen Zoo und Tierpark Berlin ein Artenschutzprojekt des Wild Nature Institutes in Tansania, welches unter anderem die Umweltbildung bei der örtlichen Bevölkerung fördert. 

Noch hat der kleine Bulle keinen Namen, doch das soll sich ändern. Der Tierpark sucht gemeinsam mit dem Paten der nun achtköpfigen Giraffenherde, der Wohnungsbaugesellschaft Howoge, in den sozialen Medien einen Namen.

Amalka und ihr Jungtier werden die ersten Tage ausschließlich im Stall verbringen, daher ist der kleine Giraffenbulle noch nicht für die Besucher zu sehen. Voraussichtlich am kommenden Dienstag wird der Nachwuchs auch den Rest der Herde kennenlernen und den ersten Ausflug auf die Außenanlage wagen.  Wie für Giraffen typisch, ist Vater Jabulani  nicht in die Aufzucht des Nachwuchses involviert.