Vor Gericht versteckte der Suffkopp sein Gesicht. Foto: KE.

Herrchen trinkt einen über den Durst und schenkt in der Hitze auch seinem Chihuahua ein kühles Bier ein. Bitter für den armen „Bobby“ (6): Beschwipst kommt er hinter Gitter.

Stocknüchtern Herrchen Juri K. (58) nun vor dem Amtsgericht Tiergarten. Er wollte Bobby aus dem Tierheim „befreien“ – in Rowdy-Manier. Dadurch handelte er sich eine Anklage wegen versuchter Nötigung und Sachbeschädigung ein.

Bei 30 Grad Hitze ließ er seinen Chihuahua Bier trinken

Der 15. August 2020. Um die 30 Grad Hitze. Juri K. dennoch auf Zechtour. Bobby an seiner Seite. Beide sehr durstig. Herrchen bierselig. An Wasser für den Hund dachte er nicht, gab ihm einfach Bier aus. Eine Passantin sah das, war fassungslos. Weil Alkohol einem Hund noch mehr schadet als einem Menschen. Sie holte die Polizei. Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Bobby kam zu seinem Wohl ins Tierheim.

Juri K. – „in der Ukraine war ich Militär, jetzt habe ich Mini-Job“ – folgte wütend. Er setzte sich mit 2,65 Promille Alkohol im Blut in Marsch. Es war 14.45 Uhr, als er am Hausvaterweg in Falkenberg an der Annahmestelle Fundtiere mit einem Feuerzeug in der Hand zum Angriff blies. Während Bobby vermutlich behütet seinen kleinen Rausch ausschlief, brüllte Juri K. herum, drohte und zündete Handtücher an. Die Tierschützer konnten die Flammen zum Glück schnell löschen.

Sein Strafregister ist prall, oft war Alkohol im Spiel

Der Ex-Militär trat in Begleitung der Polizei den Rückzug an. Die Richterin: „Sie haben die Tierheim-Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Sie schrammen haarscharf an schwerer Brandstiftung vorbei.“ Bis zu 15 Jahre Haft drohen in dem Fall. Juri K. zerknirscht: „Tut mir alles sehr leid. Ich war so betrunken.“ Strenger Blick der Richterin: „Wir kennen uns bereits aus einem früheren Verfahren.“ Der Mann aus Wedding: „Leider.“

Sein Strafregister ist recht prall: 17 Einträge. Diebstahl, Körperverletzung. Meistens war Alkohol im Spiel. Die Richterin: „Sie brauchen professionelle Hilfe, sonst sind Sie bei mir Dauergast.“ Der Ex-Militär reuig: „Ich gebe mir ja Mühe.“ Bobby blieb zwei Wochen im Tierheim. Es geht ihm sehr gut, er lebt seitdem bei Verwandten von K. Er muss zahlen: 1800 Euro Strafe.