Vier junge Katzen sitzen im Mutter- und Kinderkatzenhaus im Berliner Tierheim.
Vier junge Katzen sitzen im Mutter- und Kinderkatzenhaus im Berliner Tierheim. dpa/Monika Skolimowska

Das Leiden für viele Vierbeiner, die im Berliner Tierheim landen, beginnt nach dem Weihnachtsfest: Wer Hunde oder Katzen spontan zu Heiligabend verschenkt, tut weder seinen Liebsten noch dem Tier ein Gefallen. Denn wer die Fürsorge um ein Haustier übernimmt, trägt Verantwortung. Was zum Fest einen Moment der Freude bedeutet, ist von da an Arbeit um das Wohl des Tieres. Wer das nicht von vornherein bedenkt, verliert rasch die Lust an der Fürsorge.

Vierbeiner als Weihnachtsgeschenk landen oft im Tierheim oder auf der Straße

Die Folge: Jahr für Jahr laden Hunderte ungewollte Vierbeiner nach Weihnachten im Tierheim, oder schlimmer noch: auf der Straße. Das Berliner Tierheim will diesem Trend jetzt durch eine radikale Maßnahme begegnen: Vor Weihnachten gilt ein Vermittlungsverbot - damit die Tiere nicht gleich nach dem Fest wieder ungewollt im Tierheim laden.

Das Berliner Tierheim gibt über die Weihnachtstage keine Tiere an neue Besitzer ab. Vom 19. bis 31. Dezember gebe es diesen Vermittlungsstopp, teilte Sprecherin Ute Reinhardt mit. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum gehören.“ Haustiere bedeuteten oft jahrelange Verantwortung, weshalb die Entscheidung für ein Tier laut Reinhardt nicht leichtfertig getroffen werden sollte. Sie sollten daher auch nicht verschenkt werden.

Haustiere sind „mehr als ein Spielzeug oder Gegenstand“

Das habe besonders nach Weihnachten oft weitreichende Konsequenzen, erklärte der Tierschutzverein Berlin am Freitag in einer Mitteilung: „Kehrt nach den Feiertagen der Alltag ein, stellt man fest, dass ein Tier mehr ist als ein Spielzeug oder gar Gegenstand“.

Zwischen Weihnachten 2021 und Mitte Januar 2022 landeten laut Angaben von Reinhardt 177 Tiere in dem nach eigenen Angaben größten Tierheim Europas. „Allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass dies alles Tiere waren, die als Weihnachtsgeschenke unter dem Weihnachtsbaum lagen“, teilte die Sprecherin mit. Vielmehr handelte es sich auch um gefundene oder beschlagnahmte Tiere.