Tesla-Chef Elon Musk zeigte auf Twitter diese Computerversion seiner geplanten Autofabrik in Grünheide. Grafik: Musk/Twitter

Sie ist in der Tat gigantisch: Zum ersten Mal zeigt Tesla-Chef Elon Musk (49) auf einer Computer-Darstellung im Internet, wie seine Elektroautofabrik Gigafactory, die er in Grünheide bei Berlin auf einer Fläche von 300 Hektar bauen will, aussehen wird. Schon in einem Jahr sollen dort die ersten Fahrzeuge vom Band rollen.

Musk zeigt sich gerne als Kraftprotz. Mit einem Jahresgehalt von 593 Millionen Dollar ist er der aktuelle Spitzenverdiener unter den US-Managern. Und der Tesla-Chef spielt weiter mit seinen Muskeln, um sich von der Wirtschaftswelt bewundern zu lassen: mit der Darstellung seines künftigen ersten Autowerkes in Deutschland, die er jetzt auf seinem Twitter-Account präsentierte.

Kraftprotz Elon Musk: Mit 593 Millionen Dollar Jahresgehalt (ausgezahlt in Aktienoptionen) ist er der Spitzenverdiener unter den US-Managern. Foto: imago-images/Zuma Wire

Das Bild ist Gigantismus pur: Der riesige Fabrikbau wird inmitten von Wäldern gezeigt, während in Grünheide gerade die Sonne aufgeht. Möglich, dass Musk so auch die Gegner des Werkes beeindrucken will, die unter anderem die Baumfällungen für die Gigafactory kritisierten.

Auf den ersten Blick wirkt das riesige Hauptgebäude wie ein platt gedrücktes Flughafen-Terminal. Vor dem Haupteingang mit Glasfront ist ein großes Wasserbecken zu sehen. Das Dach darüber ist begrünt. Darauf steht ein Pavillon, der offenbar als Kunden-Lounge und Bar dienen soll. Die restliche Dachfläche ist mit Solarzellen versehen, die das etwa eine Milliarde Euro teure Werk mit Strom versorgen könnten. Im ursprünglichen Plan gab es diese nicht.

In dem 740 Meter langen Hauptgebäude werden sich unter anderem der Karosseriebau und die Endmontage befinden. Dort sind auch die Docks für die Lkw, die von der nahen Autobahn aus Material ins Werk bringen. Antriebsfertigung und Lackiererei ziehen in eines der vier Nebengebäude.

10.500 Mitarbeiter sollen im Dreischichtsystem dafür sorgen, dass ab Juli 2021 pro Jahr etwa 50.000 Tesla-Elektroautos vom SUV-Typ „Model Y“ das Werk verlassen. Dem steht momentan nichts im Weg. Kraftprotz Musk hat es geschafft, dass das Umweltministerium Brandenburg gerade den vorzeitigen Beginn des Fundamentbaus für seine Fabrik erlaubte. Normalerweise hätte der Tesla-Chef auf das Ergebnis des umweltrechtlichen Genehmigungsverfahrens abwarten müssen, das noch bis Anfang September läuft.

Das Tesla-SUV Model Y soll in Grünheide gebaut werden. Foto: dpa