Terroranschlag in Berlin: Ein Spezialeinsatzkommando verfolgt mit MPi einen flüchtigen Attentäter – zu Glück ist das nur eine Übung.
Terroranschlag in Berlin: Ein Spezialeinsatzkommando verfolgt mit MPi einen flüchtigen Attentäter – zu Glück ist das nur eine Übung. twitter/Polizei Berlin

Drei Attentäter haben ein Berliner Kino gestürmt. Sie schießen ins Publikum, zünden eine Bio-Waffe. Es gibt 19 Tote, auch zwei Attentäter überleben nicht. Der dritte ist auf der Flucht. Polizei rückt mit einem Kampfmittel-Spezialeinsatzkommando in Schutzanzügen an, währen ihre Kollegen den flüchtenden Terroristen jagen. Ein Szenario, dass durchaus real sein könnte, zum Glück es aber nicht ist. Denn die Polizei übt drei Tage lang den Ernstfall. Und auch Experten vom FBI sind dabei.

Am Dienstagabend begann die Großübung von Polizei- und Gesundheitsbehörden zu einem möglichen Terroranschlag mit Bio-Waffen auf dem Trainingsgelände in Spandau. Dabei sind 1000 Polizisten, Feuerwehrleuten, BKA-Ermittler und Viren-Forscher vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der Charité dabei.

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Großübung der Polizei: Simuliert wird ein Terroranschlag mit einer Bio-Waffe.
Großübung der Polizei: Simuliert wird ein Terroranschlag mit einer Bio-Waffe. twitter/Polizei Berlin

„Was wäre, wenn es morgen einen Anschlag geben würde und was wäre, wenn dabei ein biologischer Kampfstoff eingesetzt würde? Diese Frage wollen wir uns nicht stellen, aber wir müssen vorbereitet sein. Wir wollen trainiert sein“, schreibt die Polizei auf Twitter. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagt: „Der Ernstfall verzeiht keine Fehler.“

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Einsatzkräfte des Sondereinsatzkommandos (SEK) und der Kampfmittel-Entschärfung in voller Montur sind bei der Großübung dabei.
Einsatzkräfte des Sondereinsatzkommandos (SEK) und der Kampfmittel-Entschärfung in voller Montur sind bei der Großübung dabei. dpa/Sabrina Szameita

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Terroranschlag in Berlin: Übung läuft unter dem Codenamen „Apollon“

Die Großübung, die bis Donnerstag andauern soll, läuft unter dem Codenamen „Apollon“, benannt nach dem gleichnamigen griechischen Gott des Lichtes und des Frühlings. Das Konzept zu „Apollon“ basiert auf einem Projekt, das Experten des RKI ausgearbeitet hatten. Damit soll das Zusammenspiel zwischen Polizei, Feuerwehr, Anti-Terroreinheiten und  Gesundheitsbehörden für den Fall trainiert werden, sollte bei einem Terroranschlag n Berlin einen biologischer Giftstoff freigesetzt werden.

Ein Polizist unter Vollschutz bekommt das Atemgerät angeschnallt - auch das wird geübt. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.
Ein Polizist unter Vollschutz bekommt das Atemgerät angeschnallt - auch das wird geübt. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. twitter/Polizei Berlin

Bei der Übung wird simuliert, dass der biologische Giftstoff Ricin zum Einsatz gekommen ist. Die Substanz wird aus dem Samen des Wunderbaumes gewonnen. Gelangt sie etwa durch Einatmen in den menschlichen Körper, kann Ricin nach mehreren Stunden oder Tagen zu Krämpfen, Fieber und Organschäden führen. Der Tod erfolgt vor allem durch die Lähmung des Atemzentrums. Daher   müssen alle Einsatzkräfte, die bei der Übung am „Tatort“ agieren, Schutzanzüge tragen. Bei der Übung kommt auch eine spezielle Krisenmanagement-Einheit des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene zum Einsatz, dass das RKI geschickt hat.

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Einsatzbesprechung am „Anschlagsort“
Einsatzbesprechung am „Anschlagsort“ twitter/Polizei Berlin

Trainiert wird auch das Zusammenspiel zwischen den Polizeieinheiten und dem Bundeskriminalamt – vor allem bei der Identifizierung der Terroristen und der Verfolgung des flüchtigen Attentäters, um mögliche weitere Anschläge zu verhindern. Wie das funktioniert wollen auch internationale Sicherheitsexperten wissen. Daher sind unter den 100 Beobachtern der Übung auch Spezialisten der US-Bundespolizei FBI, aus Japan und von der israelischen Botschaft.