FBI-Agenten sollen in Texas einen Berliner (16) aus dem Unterricht geholt und verhört haben (Symbolfoto).
FBI-Agenten sollen in Texas einen Berliner (16) aus dem Unterricht geholt und verhört haben (Symbolfoto). AP/Jerry Lara

Schüleraustausch ist eine feine Sache, aber nicht immer verläuft der Wechsel an eine ausländische Schule ohne Probleme. Meist sind es Akklimatisierungsschwierigkeiten. Doch im Falle eines 16-jährigen Berliners kam es deutlich krasser.

Der Schüler wurde in den USA von Beamten der US-Bundespolizei FBI verhört. Das berichtet der Tagesspiegel, dem ein Schreiben der Eltern des Jungen vorliegt. „Beim Schüleraustausch in Texas hat der 16-jährige Berliner Simon W. offenbar auch Erfahrungen gesammelt, auf die man gerne verzichten würde: Während des Unterrichts Mitte Mai soll ihn plötzlich das FBI aus dem Raum gebeten und zum Thema Terrorismus verhört haben. Weiter geschah zunächst nichts“, heißt es im Tagesspiegel-Checkpoint.

Dann aber kam es noch dicker: Simon wurde nun auch noch die Einreise in die USA für einen Urlaub verweigert! Darüber beschwerten sich sein Anwalt und Vater in einem Schreiben an Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und die deutsche Botschaft in Washington.

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FBI wollte sich zum Verhör des Berliner Schülers nicht äußern

Eine Sprecherin des FBI in Dallas wollte sich auf Tagesspiegel-Anfrage nicht zu dem peinlichen Vorfall äußern. Warum die US-Behörde Simon auf dem Kieker hat, ob beispielsweise der Verdacht einer Internet-Straftat vorliegt oder Ähnliches ist bisher nicht klar.

Wenn Ihre Kinder bei einem Schüleraustausch im Ausland Probleme mit der Polizei bekommen, sollten Sie nach Möglichkeit umgehend das Auswärtige Amt oder die dortige deutsche Botschaft verständigen. In den meisten Fällen lassen sich die Probleme dann relativ schnell lösen.

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Im Fall von Simon W. liegt die Sache anders. Bei Terror-Verdacht kennen US-Behörden keinen Spaß und haben weitreichende Instrumente an der Hand, Verdächtige, zum Teil auch ohne richterlichen Beschluss, in die Mangel zu nehmen.