Zwei der Angeklagten stehen mit Aktendeckeln vor dem Gesicht hinter ihren Anwälten. Pressefoto Wagner

Sie wollten einem Teenager einen Denkzettel verpassen, lockten ihn in eine Falle in der Hasenheide: Nach dem Tod von René L. (17) müssen drei Männer und eine Frau hinter Gitter.

Mit acht Jahren Haft erhielt Leon F. (25) die höchste Strafe. Der Richter: „Schuldig der Körperverletzung mit Todesfolge.“ Er habe mit einer Flasche zugeschlagen, allerdings nicht gezielt gegen den Kopf. Der Staatsanwalt hingegen war von Mord ausgegangen.

Für Jason F. (25) gab es fünf Jahre und neun Monate Haft. Aileen T. (22) bekam drei Jahre und acht Monate, Falko K. (22) drei Jahre und zwei Monate. Für diese drei Angeklagten entschied das Gericht auf gefährliche Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei.

Der Richter: „Es geschah wegen einer Banalität, man steht fassungslos davor.“ Gegenseitige Beleidigungen zwischen Falko K. und dem Teenager im Vorfeld. René L. war mit der Ex von K. zusammen, kritisierte ihn, weil der sich nicht richtig um seinen kleinen Sohn gekümmert habe.

Ärzte kämpften vergeblich um das Leben des 17-Jährigen

Aus vermeintlicher Verletzung der Ehre dann der Hinterhalt. Der Richter: „Aileen T. war die auslösende Initiatorin.“ Am 23. Januar 2021 hätten sie und Falko K. den Teenager in die Neuköllner Hasenheide bestellt – für ein „Gespräch“.

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Eine Falle. René L. lief den beiden 25-Jährigen in die Arme. Beide schlugen laut Urteil mit Fäusten auf ihn ein, Leon F. auch mit einer Glasflasche.

Der Angriff dauerte 20 bis 30 Sekunden. Zeugen riefen die Polizei. Ärzte kämpften vergeblich um das Leben des 17-Jährigen. Acht Tage nach der Attacke starb der Junge.

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Der Richter über die teilgeständigen Angeklagten: „Das ist auch die Geschichte von jungen Menschen, die in den Tag hinein leben, ohne Plan für ihr Leben sind.“ Alle ohne erlernten Beruf, alle lebten von Stütze. Richter: „Sie müssen aufhören, durch das Leben zu lungern.“