Die Lufthansa-Maschine „Landshut“ steht im Bodensee-Airport in einem Hangar des Dornier-Museums. Foto: Felix Kästle/dpa

Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass die „Landshut“ auf dem einstigen Flughafen Tempelhof ein neues Zuhause findet. Das Deutsche Technikmuseum zeigt sich bereits interessiert, dort die historische Maschine auszustellen. Wie der KURIER berichtete, prüft gerade der Bund unter anderem den ehemaligen Berliner Flugplatz als möglichen Standort für die frühere Lufthansa-Boeing, die 1977 von palästinensischen Terroristen entführt wurde.

Das Deutsche Technikmuseum soll künftig im Hangar 6 des Flughafengebäudes eine Außenstelle bekommen. So sieht es das vom Senat beschlossene Entwicklungskonzept „Vision 2030+“ für das Areal vor. Seitens des Museums gibt es keine Bedenken, die „Landshut“ in Tempelhof zu integrieren, um an die Entführung der Boeing durch Terroristen vor 43 Jahren zu erinnern, so wie es die Bundesregierung plant.

Aktuell habe es zwar noch keine Gespräche zwischen dem Bund und der Stiftung des Museums gegeben. Aber es sei „grundsätzlich durchaus überlegenswert, dass das Deutsche Technikmuseum als eine der wichtigsten technikhistorischen Einrichtungen in Deutschland sich hier mit einbringt“, sagt Sprecherin Tiziana Zugaro dem KURIER. „Dem würden wir uns auch nicht grundsätzlich verschließen wollen.“

1977 wurde die Lufthansa-Boeing „Landshut“  mit 91 Menschen an Bord von Terroristen entführt. Foto: picture-alliance/dpa

Das Wrack der „Landshut“ steht seit 2017 auf einem Flughafenhangar in Friedrichshafen. Da dort eine längerfristige Unterbringung der Boeing im Dornier-Museum nicht möglich ist, sucht der Bund unter Federführung der Kulturstaatsministerin Monika Grütters seitdem einen neuen Standort für die historische Maschine – bisher ohne Erfolg. Nun dürfte das Interesse des Deutschen Technikmuseums an der „Landshut“ die Chancen erhöhen, dass die Boeing nach Tempelhof kommt. Für ehemalige Geiseln wie die „Landshut“-Stewardess Gabriele von Lutzau wäre der einstige Flugplatz ein geeigneter Ort, den historischen Flieger zu zeigen und somit an die Terror-Geschehnisse des „Deutschen Herbstes“ von 1977 zu erinnern.

Allerdings knüpft das Deutsche Technikmuseum an eine mögliche Präsentation Bedingungen. Vorab müsste eine „komplette Kostenübernahme durch den Bund garantiert sein“. Außerdem bräuchte man zuvor eine Entscheidung des Landes Berlin, wie der Hangar 6, in den die Außenstelle des Museums ziehen soll, künftig genutzt werden soll. „Dies wären die Voraussetzungen für alle weiteren Überlegungen zur Landshut in Richtung Tempelhof und Deutsches Technikmuseum“, sagt Museumssprecherin Zugaro.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verweist auf das im August beschlossene Entwicklungskonzept, das die Basis für die weitere Nutzung der Hangars des einstigen Flughafengebäudes in Tempelhof sei. Darin stehe auch eine mögliche museale Nutzung durch das Technikmuseum, heißt es.

Der Hangar 6 des einstigen Flughafens Tempelhof: Im Sommer wurde hier noch Tennis gespielt. In wenigen Jahren soll die Außenstelle des Deutschen Technikmuseums einziehen. Foto:  imago images/Wiedensohler

Sollte sich das Museum für die „Landshut“ entscheiden, wird es die Maschine aber nicht sofort in Tempelhof unterbringen können. „In den Hangars stehen ab 2021 die Betondeckensanierung und der brandschutzgerechte Ausbau als Versammlungsstätte auf dem Plan“, sagt eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. „Zudem wird der erste Bauabschnitt der Geschichtsgalerie auf den Dächern von Hangar 7 bis 5 in Angriff genommen. Alle Baumaßnahmen laufen mindestens bis 2024.“