Demonstration gegen hohe Mieten in Berlin  dpa/Christophe Gateau

Gegen hohe Mieten und Verdrängung haben mehrere Tausend Teilnehmer haben am Sonnabend in Berlin demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 20.000 Menschen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer dagegen nur auf eine „höhere vierstellige Zahl“, wie ein Sprecher sagte. Aufgerufen zum Protest hatten das „Berliner Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“, der Berliner Mieterverein und bundesweite Initiativen gegen hohe Mieten.

Ein Sprecher des Berliner Bündnisses forderte in seiner Rede, dass bundesweit alle Mietkonzerne enteignet werden müssten. Wohnraum dürfe nicht an die Börse. „Wir von unserem Aktionsbündnis fordern einen bundesweiten Mietendeckel von der neuen Bundesregierung.“

Mietenstopp, keine Umwandlung in Eigentum, keine Räumungen

Die Gruppe will einen Kurswechsel in der Mieten- und Wohnungspolitik: Mietenstopp, keine Umwandlungen in Eigentum und keine Eigenbedarfskündigungen, keine Räumungen, Enteignungen großer Immobilienkonzerne, einen bundesweiten Mietendeckel. Entsprechend war auf Transparenten bei der Kundgebung zu lesen: „Für eine Stadt mit bezahlbaren Mieten für alle“ und „Mieter, spürt eure Macht“.

Bei der Demonstration waren auch Vertreter mehrerer Parteien und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Dessen Vorstandsmitglied Stefan Körzell forderte anlässlich der Demo, dass es einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp geben müsse. „Von der neuen Bundesregierung fordern wir eine neue Wohnungsbaupolitik, die auf mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraums setzt“, sagte er.

Teilnehmer der Demonstration warben auch für den Volksentscheid über die Enteignung großer Immobilienunternehmen, über den die Berliner zeitgleich zur Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl am 26. September abstimmen. Wenn es eine Mehrheit für das Vorhaben gibt, wächst der Druck auf den künftigen Senat der Hauptstadt.