Sturmwolken ziehen über dem Reichstag auf. dpa/Paul Zinken

Brisante Wetterlage am Dienstag: Sturmtief Eugen nimmt im Tagesverlauf an Fahrt auf. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) nennt die Sturmdaten von Dienstagmorgen: Bis zu 92 km/h wurden bereits in Westdeutschland bereits in der Frühe gemessen, und nun breitet sich Sturmfeld Richtung Süden und Osten aus, also auch in unsere Region. „Selbst in tiefen Lagen bringt Eugen Böen bis 100 km/h, in den höheren Lagen Orkanböen bis 120 km/h“, erklärt der Diplom-Meteorologe und ordnet die Wetterlage ein: „Es ist einer der heftigsten Mai-Stürme seit Jahren“. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat inzwischen eine Sturmwarnung für weite Teile Deutschlands herausgegeben.

Mit Sturmböen in Schauernähe bis zu 85 km/h sei zu rechnen, das entspricht Windstärke 9. Einzelne Äste und losgelöste Gegenstände können herabstürzen, Bahn- und Straßenverkehr gestört werden. Nachmittags und Abends könnte sich die Lage nochmals verschärfen: Örtlich rechnet der DWD mit Gewittern, Hagel und Sturmböen, die sogar bis zu 100 km/h erreichen werden. Erst am Mittwochabend wird sich die Lage wohl entschärfen!

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„So ein umfangreicher Sturm ist im Mai eher selten“, wundert sich Wetterexperte Jung, der gleich mit der nächsten Wetterkapriole aufwartet: „Ab Samstag schießen die Höchstwerte dann deutlich nach oben“  – zunächst von Südwesten her, dann am Muttertag deutlich in unserer Region zu spüren. „Dann sogar Sommer möglich.“ Die Wettermodelle berechnen derzeit sensationelle Höchstwerte deutlich oberhalb der 25-Grad-Marke für Berlin und Brandenburg. Ein Wettermodell berechnet für Anfang nächster Woche bis zu 30 Grad! Es wären die ersten Hitzetage des Jahres 2021 – allerdings geht der DWD in einer Klarstellung für unsere Region von Werten „um die 24 Grad °C Anfang kommender Woche“ aus. Wie dem auch sei, Dominik Jung rechnet nicht damit, dass die Wärme lange anhalten wird, „dann rauschen aus Norden schon wieder kalte Luftmassen nach Deutschland und drücken die Höchstwerte unter die 20-Grad-Marke.“ Das Wetter schleudert uns in einer Achterbahnfahrt durch den Mai!

Diplom-Meteorologe Jung hält die Entwicklung für ungewöhnlich: „Spitzenwerte bis 30 oder 31 Grad um den 10. Mai herum sind deutlich zu hoch“. Das Wetter kenne in diesem Jahr kenne Scheinbar offenbar nur Extreme: „Erst war es Ende Februar extrem zu warm für die Jahreszeit: bis 22 Grad. Dann wurde es dauerhaft kühl bis Ende März.“ Dann ging es in der letzten Märzwoche wieder in die andere Richtung: Örtlich wurden bis zu 27 Grad gemessen, und nun stehen uns sogar Hitzetage bevor, denen ein neuer Temperaturknick folgt. Wo geht die Reise hin, sind all dies Vorzeichen für einen noch extremeren Sommer 2021? „Gut möglich, aber das kann man heute im Detail natürlich noch nicht sagen!“ hält sich Wetterexperte Dominik Jung angesichts der sich fast täglich ändernden Langfrist-Vorhersagen bedeckt.