Der Angeklagte am Donnerstag vor Gericht in Berlin. Pressefoto Wagner

Seine Frau (56) und sein Sohn (22) entkamen dem Flammen-Tod in der eigenen Wohnung nur knapp: Peer Z. (68) steht nun wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Der studierte Industriedesigner nun weinerlich. Vor sich Notizen. Keine Ahnung habe er, wie es passieren konnte – „ich bin nach kurzem Schlaf aufgewacht, aufgestanden und in den Keller gegangen – scheinbar völlig gedankenlos, vielleicht habe ich geträumt“.

Die Staatsanwältin geht davon aus: Er habe Mutter und Sohn töten wollen, „weil er sich durch sie unverstanden und schlecht behandelt fühlte“. Beide erlitten schwere Verbrennungen.

Der 11. August. Gegen 4 Uhr morgens schlich er durchs Haus in der Kronprinzenstraße in Spandau. Die Anklage: „Er hatte bereits länger darüber nachgedacht, seine Frau und seinen jüngeren Sohn zu töten.“

Er schüttete mit Schwung Benzin in den Raum

Zwei Kanister mit Benzin holte er aus dem Keller. Erst zum Zimmer seiner Frau – „schüttete mit Schwung Benzin in den Raum“, so die Anklage. Dann eine Lache vor der Tür seines Sohnes. Peer Z.: „Habe kurz innegehalten, dann angezündet, habe mich erschrocken, dann ein Filmriss.“

Das Feuer breitete sich sofort aus. Karoline Z., geweckt durch ein Geräusch, konnte aus dem Fenster über das Dach flüchten. Der Sohn wurde durch die Flammen im Schlaf überrascht, rettete sich mit letzter Kraft aus dem brennenden Zimmer.

Mit schweren Verbrennungen kamen sie ins Krankenhaus – bei dem Sohn waren 30 Prozent der Körperoberfläche betroffen. Er schwebte in Lebensgefahr, wurde zeitweilig in ein künstliches Koma versetzt.

Während die Frau um Hilfe rief, saß der Brandstifter im Garten

Der Vater saß unter Bäumen im Garten, als die Flammen wüteten und seine Frau um Hilfe rief. Sie habe seine Depressionen nicht ernst genommen, soll er am Tatort erklärt haben, sie habe schlecht über ihn geredet.

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Schlimmes Ende einer Ehe – bereits Wochen zuvor waren Polizisten in der Wohnung. Die Frau hatte Angst, sagte, sie könne die Probleme mit ihm nicht mehr allein stemmen, er sei ausgerastet, habe seine Medikamente abgesetzt.

Peer Z. nun unter Tränen: „Ich habe bestimmt zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass ich jemanden töten oder verletzen will.“ Ihm droht lebenslange Haft. Fortsetzung: Montag.