Mit Hilfe einer Seilwinde werden Menschen per Hubschrauber aus dem Ortsteil Heimerzheim gerettet.  dpa/Marius Becker

Für die Rettung der vom historischen Hochwasser Betroffenen geht es um Stunden: Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben am Donnerstag den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konkrete Hilfe zugesagt. Ein Rettungshubschrauber hob am Donnerstag ab, um Menschen zu retten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erinnerte an das Oderhochwasser 1997 und mehrere Hochwasser an der Elbe. „Die Lage ist für die betroffenen Menschen dramatisch. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Familien der Opfer und der Vermissten“, sagte Woidke am Donnerstag laut Mitteilung. „Die Brandenburgerinnen und Brandenburger wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, Haus und Hof zu verlieren.“ Brandenburg bot Unterstützung für die Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz an, wenn Hilfe benötigt werde.

Eine konkrete Hilfe schickte das Land bereits ins Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz: einen Spezialhubschrauber. Eine entsprechende Anfrage war am Donnerstag aus Rheinland-Pfalz gestellt worden, wie das Innenministerium mitteilte. „Natürlich helfen wir sofort, wo es nur geht“, sagte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU). Die nächsten Stunden seien entscheidend. „Ich hoffe, dass wir zum Schutz der Menschen in der Region beitragen können.“ Der Polizeihubschrauber mit drei Personen Besatzung ist mit einer speziellen Seilwinde zur Bergung und Rettung ausgerüstet. Mindestens 49 Menschen waren bei den Fluten im Westen Deutschlands ums Leben gekommen. Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

Berlin bietet Hilfe für Hochwassergebiete an

Berlin hat den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands Hilfe angeboten. Die SPD-Innenminister hätten sich auf ein solches Angebot in einer Telefonkonferenz verständigt, sagte Innensenator Andreas Geisel am Donnerstag: „Auch von Seiten der Berliner Polizei, von Seiten der Berliner Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerkes“, so der SPD-Politiker. „Wenn es dort entsprechenden Bedarf gibt, stehen die Polizeien der Länder, die Feuerwehren der Länder selbstverständlich zueinander.“ Vor Ort werde derzeit noch geprüft, an welchen Stellen Hilfebedarf bestehe. „Wenn das erforderlich ist, wird das schnell auch durch Berlin gewährleistet.“

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte zur Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen: „Unser tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen, Familien, Freunden und Bekannten der Menschen, die in den Fluten ihr Leben verloren haben.“ Müller verwies darauf, dass noch Menschen vermisst würden, andere der Gefahr der Überschwemmungen ausgeliefert seien und etliche Menschen Haus und Hof verloren hätten.

„Dank schulden wir in diesen Katastrophenlagen einmal mehr den vielen Helferinnen und Helfern, die über ihre Leistungsgrenzen hinaus für Leben, Gesundheit und Eigentum ihrer Mitmenschen kämpfen“, so Müller weiter. «Wir alle hoffen auf eine baldige Beruhigung der Lage und vor allem darauf, dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden oder ums Leben kommen.