Helmut Jahn im Juli 1998 auf der Baustelle des Sony-Centers in Berlin. Foto: dpa/Jockel Finck

Der Architekt Helmut Jahn ist tot. Der Planer von Bauwerken wie dem Sony Center in Berlin und dem Messeturm in Frankfurt am Main starb am Samstag bei einem Fahrradunfall in Campton Hills, einem rund 50 Kilometer westlich vom Stadtzentrum gelegenen Vorort Chicagos im US-Bundesstaat Illinois.

Jahn habe an einem Stoppschild nicht gehalten und sei mit zwei Autos zusammengestoßen, bestätigte die Polizei am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Eine Fahrerin sei mit nicht-lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gekommen, die Insassen des zweiten Wagens seien unverletzt geblieben. Jahn wurde 81 Jahre alt.

Helmut Jahn wurde mit kühnen Konstruktionen zum Star-Architekten

Der 1940 in Nürnberg geborene Jahn wurde mit kühnen Hochhäusern und Bürotürmen berühmt, inspiriert von Bauhaus-Legende Mies van der Rohe. Jahn war 1967 Assistent von Gene Summers und Mitarbeiter des Chicagoer Architekturbüros C. F. Murphy Associates geworden, wo er 1982 zum Präsidenten aufstieg. Murphy hatte gemeinsam mit van der Rohe beispielsweise das Federal Center in Chicago geplant.

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In Berlin war Helmut Jahn für das Sony Center am Potsdamer Platz bekannt.

Jahn gestaltete in den USA unter anderem das heute wegen vieler Reparaturarbeiten kritisierte Thompson Center in Chicago. In Deutschland zählen der Post-Tower in Bonn, die Bayer-Konzernzentrale in Leverkusen und der Skyline-Tower in München zu seinen bekannteren Arbeiten.

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Er gestaltete weltweit auch mehrere Flughäfen, darunter Terminals in Bangkok, Chicago und der Köln/Bonn-Flughafen. Zuletzt war er unter anderem im Emirat Katar tätig. Jahn war seit 1970 mit einer Innenarchitektin verheiratet und wurde 1978 Vater von Sohn Evan. Dieser zählte auch zu einem Segel-Team, mit dem Jahn mehrere Regatten gewann, darunter 2012 den WM-Titel in der Bootsklasse Farr 40.