Ganz so schlimm sehen die Berliner Feuerwachen nicht aus, aber ihr Zustand ist oft beklagenswert.
Ganz so schlimm sehen die Berliner Feuerwachen nicht aus, aber ihr Zustand ist oft beklagenswert. dpa/Christoph Söder

Berliner Feuerwehr-Rechenaufgabe: Wenn der Sanierungsstau an den Wachen und Verwaltungsgebäuden 331 Millionen Euro beträgt und pro Jahr 21 Millionen Euro zu seiner Beseitigung bereit stehen, wie lange dauert es, bis alle Schäden beseitigt sind? Genau, 16 Jahre. Und das gilt natürlich nur, wenn der Zustand der unsanierten Wachen sich nicht weiter verschlechtert, was ebenso wenig geschehen wird wie eine Stagnation der Baupreise zu erwarten ist.

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Die Zahlen zu der Rechenaufgabe stammen aus der Antwort der Senats-Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Hermann. Darin erklärt Torsten Akmann (SPD), Staatssekretär von Senatorin Iris Spranger (SPD), dass man sich alle Mühe gebe, den Stau abzubauen.

Deshalb sei Spranger in den Aufsichtsrat der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH eingetreten, die für die Gebäude verantwortlich ist, und es sei gelungen, die regulären Sanierungsmittel im Landeshaushalt für die Jahre 2022 und 2023 um jeweils zehn Millionen Euro anzuheben.

Millionen hier, Millionen da – Berlins Feuerwachen sind hilfebedürftig

Mit über 52,1  Millionen Euro ist der Investitionsbedarf bei der Wache Charlottenburg-Nord (Nikolaus-Groß-Weg) mit Leitstelle und Werkstatt am höchsten. Bei den übrigen Verwaltungsgebäuden mit Sanierungsbedarf liegt der Kostenrahmen bislang zwischen 50.000 Euro in der Rummelsburger Nöldnerstraße und 13,4 Millionen Euro in der Rankestraße (Charlottenburg), die aber bereits in der Sanierung ist.

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Die Mängel sind vielfältig, wie die Protokolle von Begehungen bei Freiwilliger und Berufsfeuerwehr aus den Jahren 2018 bis 2022 zeigen. Ein kleiner Auszug, mit je nur einem Problem pro Liegenschaft:

Verfall, Schimmel, Ungeziefer, Asbest und Sturzgefahr in Berlins Feuerwachen

Es schimmelt beispielsweise in allen Duschräumen der Wache Spandau-Nord. In der Rettungswache Wilhelmsruh funktioniert die Heizung nicht. In Köpenick lassen sich mehrere Fenster nicht öffnen, weil die Griffe fehlen, in Wannsee kann man stürzen, weil der asbesthaltige Kleber die Bodenbeläge nicht mehr festhält.

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In der Leitstelle ist es zu laut, dafür ist die Luft zu trocken, in Lankwitz rostet die Fahrzeughalle, in Marzahn fehlen Brandschutztüren oder sind defekt, in Wartenberg-Malchow sind Fliegen aus den Klos Dauergäste. In Biesdorf reißen Wände und Boden, Zaunpfeiler drohen umzustürzen. In mehreren Wachen sind die Fluchtwege nicht vernünftig gekennzeichnet.

Laut Akmann sollen die Schäden nach Dringlichkeit abgearbeitet werden.