Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wehrt sich gegen dubiose Spenden für das Humboldt-Forum. dpa/Sommer, dpa/Kalaene

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) legt sich mit Privat-Mäzenen an. Viele der Spenden für das Berliner Prestigeobjekt Humboldt-Forum seien undurchsichtig, außerdem zeigten einige Spender antidemokratische Haltungen.

Private Spenden aus dubiosen Quellen für das öffentliche Prestigeprojekt Humboldt-Forum stoßen bei Berlins Kultursenator Klaus Lederer auf heftige Kritik. „Ich finde es generell inakzeptabel, Sponsorings und Kultur-Mäzenatentum in intransparenter Weise zu vollziehen“, sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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„Von Anfang an hätte man diesen Weg nicht gehen dürfen, die Diskrepanz zwischen Spendensammeln einerseits und der Verwirklichung eines öffentlichen Großprojekts andererseits, bei dem Widersprüche nicht aufgelöst, nicht transparent gemacht, nicht auf den Tisch gelegt werden.“ Diese Hypothek werde das Haus so schnell nicht los. „Das ist kein Vorwurf an die handelnden Akteure dort, aber klar muss es einem sein.“

Widerspruch zwischen der baulichen Hülle und dem inhaltlichen Anspruch der Spender

Das 680 Millionen Euro teure Zentrum für Kunst, Kultur und Wissenschaft hinter der historisierenden Schlossfassade gilt als aktuell wichtigstes Kulturprojekt Deutschlands. Das Humboldt-Forum konnte nach dem Willen des Bundestages nur entstehen, weil eine private Initiative für die umstrittene Rekonstruktion der Schlossfassade gut 100 Millionen Euro sammelte.

Von Großspender Ehrhardt Bödecker etwa wurden antidemokratische Äußerungen bekannt. Die Familie des 2016 gestorbenen Bödecker bestätigte die Vorwürfe. Auch zu anderen Spendern gibt es kritische Berichte.

Lederer sieht einen „eklatanten Widerspruch zwischen der baulichen Hülle und dem inhaltlichen Anspruch der Einrichtung“. Die Frage, wer eigentlich wofür gespendet habe, gehöre für ihn dazu. „Es ist nicht die Vielfalt der Gesellschaft, die zur Wiedererrichtung des Schlosses gespendet hat, sondern es waren offenbar zu einem nicht geringen Teil Leute, die damit eine bestimmte historische Bestimmung der Mitte der Stadt verbunden haben.“ Diese seien „nicht in jeder Hinsicht als fortschrittlich zu charakterisieren“.

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Nichts dagegen, dass Menschen, die über Geld verfügen, es auch für gute Zwecke geben, aber ...

Kultursponsoring habe Ecken und Kanten. „In der Regel werden so Defizite der öffentlichen Kulturförderung ausgeglichen“, sagte Lederer. Im öffentlichen Bereich habe es eigentlich nichts zu suchen. „Es spricht nichts dagegen, dass Menschen, die über Geld verfügen, es auch für gute Zwecke geben. Aber es ist für mich immer noch ein Problem, dass die Situation der Kulturhaushalte in der Bundesrepublik Deutschland so ist, dass vielfach nicht darauf verzichtet werden kann, dass sich private Unternehmen oder auch Einzelpersonen mittels Kultursponsoring auch zu Marketingzwecken im Kulturbereich engagieren, wo die Inanspruchnahme privater Gelder schon eingepreist und vorausgesetzt wird.“

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Er habe bis heute nicht verstanden, wie es sein könne, dass öffentlich finanzierte Kulturinstitutionen bei Konzerten oder Ausstellungseröffnungen Sponsoring von Großkonzernen präsentieren. „Da müsste mindestens genauso stehen: Wir danken den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern für die Aufrechterhaltung des Betriebs unserer Kultureinrichtungen!“ Irgendwo im Kleingedruckten dürften dann gerne auch noch Sponsoren auftauchen. „Aber es ist umgekehrt, und das ist eigentlich ein Unding.“