Trümmer liegen auf der Karl-Liebknecht-Straße vor dem Radisson Hotel. 
Trümmer liegen auf der Karl-Liebknecht-Straße vor dem Radisson Hotel.  Christoph Soeder/dpa

Die Innereien des Hotels sind nach außen gespült. Auf der Karl-Liebknecht-Straße liegen die Trümmer. Autofahrer werden schon am Bahnhof Alexanderplatz umgeleitet, Humboldtforum, Dom, Sealife und DDR-Museum, alles ist weiträumig abgesperrt, nachdem sich am frühen Morgen wohl ein dramatischer Unfall ereignet hat. Das eine Million Liter fassende Aquarium AquaDom ist geborsten.  Hotelgäste, die in unmittelbarer Nähe zum Zylinder schliefen, schildern ihre Erlebnisse. 

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Lautes Knacken, dann Wassermassen 

Ein Augenzeuge, Christian, berichtete in Welt-TV, es habe am frühen Morgen „ein lautes Knacken“ gegeben, von dem er und seine  Frau  wach geworden seien. Es sei etwas am Fenster vorbei geflogen, habe seine Frau bemerkt. Beim Blick aus dem Fenster habe er das Aquarium bereits zusammengebrochen gesehen.

Das Hotel Radisson im Dom Aquaree hat Zimmer, die auf den gigantischen Innenhof blicken, in welchem sich das zylindrische Aquarium befand. Eine Attraktion für Gäste und Touristen. Erst gestern sei das Aquarium noch von Tauchern geputzt worden, so die Gäste. Heute bietet sich ein Bild der Zerstörung. „Stühle, Tische, die Bar, der Weihnachtsbaum in der Lobby – alles weg“, so der Augenzeuge. Ein Teil wurde über den Eingang direkt auf die Straße gespült. Auch die gläsernen Fahrstühle sind zerstört. Man komme nur noch über die Treppen nach unten. 

Ein Taucher geht im AquaDom des Sea Life Berlin ins Wasser. Erst gestern sei das Riesen-Aquarium noch geputzt worden. 
Ein Taucher geht im AquaDom des Sea Life Berlin ins Wasser. Erst gestern sei das Riesen-Aquarium noch geputzt worden.  Britta Pedersen / dpa

Die Musikerin Iva Yudinski ist seit Donnerstag im Hotel. „Ich habe um 6 Uhr morgens eine große Explosion gehört.“ Die 42-Jährige dachte erst, es sei ein Sturm oder etwas anderes. Dann sah sie, was passiert war. „Überall ist Polizei und Feuerwehr, im ganzen Haus riecht es stark nach Fisch.“ Sie weiß noch nicht, ob es Frühstück geben wird. „Wir wollten eigentlich bis Sonntag bleiben“, sagt sie, „aber momentan wissen wir noch nicht, wie es weitergeht.“

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Aqaurium in Berlin geplatzt: Überall tote Fische 

Auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser hat das Platzen des Berliner Großaquariums als Hotelgast erlebt. Sie sei im Tiefschlaf geweckt worden und habe zunächst an etwas wie ein Erdbeben gedacht, sagte Weeser am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.Und tatsächlich heben Seismographen die Erschütterung aufgezeichnet. 

Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Es liegen Trümmerteile auf der Fahrbahn. Das Aquarium im Hotel Dom Aquaree ist beschädigt, Gäste verlassen das Hotel. 
Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Es liegen Trümmerteile auf der Fahrbahn. Das Aquarium im Hotel Dom Aquaree ist beschädigt, Gäste verlassen das Hotel.  Morris Pudwell

Es habe aber nur einen kurzen Knall und ein „kurzes Beben des Gebäudes“ gegeben. Darum sei sie zunächst wieder eingeschlafen. Aus den Medien habe sie dann erfahren, was im Hotel passiert sei. Polizei und Feuerwehr hätten dann später die Gäste informiert.

Im Hotel sehe es „ein bisschen wie im Kriegsgebiet“ aus, beschrieb Weeser. „Es ist ein Bild der Verwüstung mit vielen toten Fischen und Scherben.“ Sie habe viele tote Fische gesehen. „Die, die vielleicht noch gerettet hätten werden können, waren erfroren.“

Gäste des Hotels in Berlin-Mitte berichteten übereinstimmend von einem explosionsähnlichen Knall. „Wir haben uns richtig erschrocken“, sagte eine junge Frau der Deutschen Presse-Agentur. Es habe zunächst keine Informationen vom Hotel gegeben, schilderten mehrere Gäste übereinstimmend. Die Rezeption sei über das Festnetz nicht erreichbar gewesen. „Nach 8.00 Uhr kam dann die Info, dass wir raus müssen.“ „Man hat gesehen, dass das ganze Ding auseinandergebrochen ist“, sagte ein junger Hotelgast.

Karin Wicki und Sandra Hoffmann aus der Schweiz schilderten: „Es ist alles zerstört im Innenraum. Da liegen tote Fische. Die ganzen Möbel sind zerstört. Die Scheiben sind zerstört. Überall Scherben.“ Sie seien erst kurz vor 9.00 Uhr informiert worden, dass sie das Hotel verlassen müssten.