Hier wird nur mit Impfstoff geschossen: Soldaten vom Logistikbataillon 172 helfen in einer Impfstelle in den Spandauer Arcaden aus. dpa/Christoph Soeder

Haben Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt nach einem Corona-Booster gefragt, doch leider kann er Ihnen keine Impfung anbieten? Diese frustrierende Erfahrung haben viele gemacht. Bilder von langen Schlangen vor Impfzentren und neu errichteten Impfstellen machen die Runde, dazu kommen ärgerliche Erfahrungen von Impfwilligen, die wieder weggeschickt wurden, weil ihre zweite Impfung weniger als fünf Monate zurücklag: Nach Auffassung des Berliner Senats soll die Booster-Impfung frühestens nach fünf Monaten gesetzt werden, auch wenn Fachleute inzwischen für frühere Auffrischungs-Impfungen plädieren: So hält die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine Auffrischung nach drei Monaten für sinnvoll.

Die Entscheidung, Booster erst nach bestimmten Fristen zu verabreichen, geschah auch vor dem Hintergrund, dass Impfstoffe vorübergehend knapp waren. So sollte vermieden werden, dass ältere Menschen und Patienten mit erheblichen Vorerkrankungen, für die ein Booster möglicherweise lebensrettend wäre, zu lange auf einen Impftermin warten müssten. Sie waren zusammen mit dem Pflegepersonal die Ersten, die Anfang des Jahres gegen Corona geimpft wurden, und ihr Impfschutz wird ohne eine Auffrischung löchrig.

Impfen ohne oder mit Termin: So klappt’s noch am selben Tag – in der Theorie jedenfalls

Doch längst sind Booster-Impfung, wie auch Erst- und Zweitimpfungen für Spätentschlossene in Berlin leicht verfügbar. Auf der Webseite wirhelfenberlin.de zeigen Ampeln an, wie ausgelastet die Impfzentren und Impfstellen Berlins aktuell sind. Am Dienstagmittag zeigten bis auf die Impfstelle im Freizeitforum Marzahn sämtliche Ampeln auf Grün. Das bedeutet: Auch ohne Termin können Impfwillige sofort zur Messe, zum ehemaligen Flughafen Tegel, nach Karlshorst oder zur Impfstelle im Lichtenberger Ring-Center.

Die Realität sieht allerdings weniger grün aus, als es die Impf-Ampeln nahelegen: Kurier-Leser berichten von stundenlangen Wartezeiten im Schneeregen vor dem Impfzentrum Tegel: „Der Leiter der Sicherheit des Impfzentrum Tegel Flughafen erklärte uns, die ohne Termin erschienen waren, dass die Ampel nur bedeutet, dass abgesagte Termine, oder Termine von denjenigen, die nicht gekommen sind, aufgefüllt werden“, schreibt M. Bischof dem Kurier. „Man müsse halt warten, bis ein solcher Termin frei wäre.“ Einige der Wartenden seien wütend wieder nach Hause gegangen.

Wer sich nicht darauf verlassen will und lieber einen Impftermin vereinbart, wird unter der Hotline-Nummer 030 9028-2200 bedient und kann meist noch am selben Tag seinen oder ihren Piks abholen. Die Terminbuch-Seite Doctolib listet über die Impfstellen und Impfzentren hinaus auch viele Hausarztpraxen und medizinische Versorgungszentren auf, die Impfungen anbieten. Seit einigen Tagen wird es immer leichter, auch kurzfristig Termine zu vereinbaren. Zwar sind viele Ärzte bis weit ins kommende Jahr ausgebucht, aber wer flexibel ist, findet innerhalb von wenigen Tagen einen Impftermin, mit Glück sogar in der unmittelbaren Umgebung seiner oder ihrer Wohnung.