Zehdenick: Autos fahren auf der Bundesstraße B 109 am Ortseingangsschild der Havelstadt vorbei. Die dänische Firma Jasper Resources will nahe der Stadtgrenze Probebohrungen nach Erdgas beginnen, um möglicherweise 30 Jahre lang Gas fördern zu können.  dpa

Die umstrittenen Pläne für Erdgasbohrungen nördlich von Berlin sind vorerst gestoppt. Dies teilte das brandenburgische Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe am Freitag der dpa mit. Die Behörde habe bei der Prüfung des Vorhabens der dänischen Firma Jasper Resources festgestellt, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. Entsprechende Unterlagen seien aber nicht eingereicht worden. Die Erlaubnis für das Projekt sei deshalb erloschen, sagte eine Sprecherin.

Lesen Sie auch: Gehen jetzt alle Berliner in Brandenburg zum Frisör?>>

Gasvorkommen bei Zehdenick schon in der DDR bekannt 

Jasper Resources hatte ein bereits seit DDR-Zeiten bekanntes Gasvorkommen bei Zehdenick in Brandenburg jahrelang geprüft und sich Ende September für Probebohrungen entschieden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich jedoch gegen das Vorhaben, unter anderem aus Furcht vor der Verschmutzung von Wasserreserven.

dpa
Ein Transparent mit der Aufschrift „Mit uns nicht! Gegen Gasbohren Zehdenick/Templin“ hängt an einem Zaun neben einem roten Holzkreuz mit der Aufschrift „No Gas“

Deren Sprecher Ralph Riesenberg sagte, das Landesbergbauamt sei den Forderungen der Bürgerinitiative überraschend gefolgt. „Allerdings bedeutet das Erlöschen der Erlaubnis noch nicht das endgültige Aus für das Projekt.“ Die Firma könnte gegen die Entscheidung der Behörde klagen oder eine neue Erlaubnis mit Umweltverträglichkeitsprüfung beantragen.

Lesen Sie auch: Was für ein Tier-Krimi: Ganz Berlin sucht Hund Oskar!>>

Sehr wenige neue Gasprojekte in Deutschland 

Die Erkundung in Zehdenick Nord ist bundesweit eines von sehr wenigen neuen Gasprojekten. Jasper Resources führt dafür ins Feld, Deutschland sei wegen des Atom- und Kohleausstiegs weiter auf Gas angewiesen, und es sei umweltfreundlicher, es vor Ort zu fördern als aus Russland zu importieren.

dpa
Ralph Riesenberg, einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Gasbohren bei Zehdenick, Templin und Gransee.  Die Bürgerinitiative fürchtet um die Wasserqualität und den Tourismus in der Region.