Die Angeklagte sitzt vor Gericht und verdeckt ihr Gesicht. Foto: Pressefoto Wagner

Süße Katzenbabys bot sie an. Britisch Kurzhaar. Kätzchen zum Verlieben. Viele Kunden meldeten sich, zahlten an. Tierisch gefreut aber hat sich am Ende nur Anbieterin Natallia R. (40).

Als betrügerische Katzen-Händlerin landete sie nun vor Gericht. Der dritte Anlauf, denn zweimal ließ sich Natallia R. einfach nicht blicken. Katzenfreundlich begann sie: „Vier Kinder habe ich. Lebe vom Jobcenter.“ Gelernte Konditorin, seit 2015 aber ohne Arbeit, sechs Vorstrafen wegen Fahrens ohne Führerschein.

Um 26 Fälle des Betrugs mit Katzen ging es jetzt. Britisch Kurzhaar - das sind die hübschen Stubentiger aus England. Still, ausgeglichen, genügsam. Natallia R. bot immer wieder Baby-Katzen an. Kunden kamen oft sogar mit ihren Kindern, sahen sich plüschige Vierbeiner in einer Wohnung in Hohenschönhausen an, waren entzückt - und gingen der bösen Händlerin in die Falle.

Kunden kamen mit ihren Kindern

Die Katzen-Liebhaber durften dann „Reservierungsgebühren“ hinblättern, zum Mitnehmen aber waren die Babys nicht. „Noch zu klein“ oder „muss noch einmal zum Tierarzt“ - so sollen die Kunden vertröstet worden sein. Schnurrende Lieblinge wurden nicht übergeben.

Zwischen 80 und 530 Euro zockte die Frau laut Anklage ab. Sie prellte ehrliche Katzen-Freunde um insgesamt 5875 Euro. Kurz ihr Geständnis nun: „Es tut mir leid.“ Woher sie die Kätzchen hatte? „Die waren von meinen Katzen.“

15 Katzen-Babys in einem Karton

Die Richterin: „Einmal sollen sich 15 Katzen-Babys in einem Karton befunden haben. Sie sollen teilweise krank gewesen sein.“ Die Angeklagte zunehmend kratzbürstig: „Das stimmt doch nicht! Die waren von meinen vier Katzen, die hatte ich nicht aus Polen oder so.“ Die Richterin streng: „Sie sollen im Juli und September schon wieder Katzen im Internet angeboten haben!“ Natallia R. nuschelte ein paar Ausreden.

Was die Stütze-Empfängerin von Katzen-Liebhabern in der Zeit von September 2018 bis Juni 2019 kassierte, ist ausgegeben - „habe davon gelebt“. Die Richterin: „Sie hatten sich eine nette Einnahmequelle geschaffen. Das war schon System.“ Urteil: Ein Jahr Haft auf Bewährung, für vier Jahre einem Bewährungshelfer unterstellt sowie Einziehung der Beute.