Die Touristen sind wieder in Berlin. Ivana (25) und Peter (25) kommen aus Montenegro. Ivana und Peter sagen: Wir sind das erste Mal seit drei Jahren unterwegs. Sabine Gudath

Wer sie mag, wird ausflippen, wer genug von ihnen hat, den packt das kalte Grausen. Die Touristen trudeln wieder in Strömen in Berlin ein. In den nächsten Wochen wird es besonders voll. Geschäftsleute und insbesondere Gastronomen und Hoteliers lecken sich schon die Finger.

Berliner Tourismus-Experten rechnen in den kommenden Wochen mit zahlreichen Gästen in der Stadt. „Pfingsten und Himmelfahrt sind klassische Zeiten für Städtereisen. Die Buchungen sehen positiv aus“, sagte der Sprecher von Visit Berlin, Christian Tänzler, der Deutschen Presse-Agentur.

Er rechne außerdem mit vielen kurzfristigen Buchungen. Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ist optimistisch, was die Auslastung der Hotels betrifft, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn sagte. Gastronomen und Hoteliers haben in der Pandemie besonders unter dem Touri-Schwund gelitten.

Touristen kommen wegen der vielen Veranstaltungen

Neben den Feiertagen ziehen auch viele Veranstaltungen Menschen in die Stadt. Im Juni seien zum Beispiel das Greentech Festival und die Special Olympics geplant. Außerdem beginne der Kultursommer, der an 90 Tagen und 90 Orten 90 Veranstaltungen biete. „Auch das Finale im DFB-Pokal findet wieder mit Zuschauern statt“, sagte Tänzler.

Berliner Zeitung/Markus Wächter
Touristen drängeln sich auf der Straße Unter den Linden in Berlin.

Viele Touristen seien auch neugierig auf Neues, etwa das Humboldt-Forum, die Kinderwelt im Jüdischen Museum oder das Samurai-Museum. All das seien Leuchttürme, die Anlass zur Hoffnung auf viele Besucher böten.

Auch aus Sicht von Visit-Berlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker ist die Hauptstadt als Reiseziel nach wie vor attraktiv. „Die Marke Berlin hat die Corona-Pandemie unbeschadet überstanden.“ Das wird sich erst noch zeigen müssen, zumal Kieker nicht sagte, welche Form von Tourismus endlich mal zur Aufwertung der Marke Berlin führen könne. Nur Event- und Sauftourismus kann es ja nicht sein.

Berliner Hoteliers sehnen sich nach Touristen

Während ausländische Touristen vor der Pandemie vor allem aus Großbritannien und den USA gekommen seien, habe sich der Schwerpunkt auf Nachbarländer verschoben, aus denen die Anreise ohne Flug zügig möglich sei, sagte Tänzler.

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Wie viele Hotels und Gaststätten wegen der Pandemie und ausbleibender Touristen schließen mussten, ist unklar. Hier liegen noch keine genauen Zahlen vor, sagte Buchhorn. Einige Häuser seien auch nur zeitweise geschlossen gewesen.

Ein weiteres Problem: Personalengpässe in Hotels und Gaststätten. Ihm seien einige Betriebe bekannt, die bereits ukrainische Flüchtlinge eingestellt hätten. Der Verband beteilige sich außerdem am 2. Juni an einer Stellen- und Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer für ukrainische Flüchtlinge mit Arbeitserlaubnis, in der Hoffnung, weitere Mitarbeiter zu finden.