Die kleine Giraffe im Tierpark Berlin steckt die Zunge raus.
Die kleine Giraffe im Tierpark Berlin steckt die Zunge raus. Tierpark Berlin

Rund 15 Monate wächst eine kleine Giraffe im Bauch ihrer Mutter heran. Wenn es endlich so weit ist, bringt die Giraffenkuh ihren gar nicht mehr ganz so kleinen Nachwuchs im Stehen zur Welt. Am 21. Juni wurde eine kleine weibliche Giraffe im Tierpark Berlin geboren. Heute wurde das Jungtier getauft. Sie heißt Frieda und hat sooo schöne Augen.

Der Name Frieda leitet sich vom althochdeutschen Wort „fridu“ ab, was übersetzt „Friede“, „Schutz“ und „Sicherheit“ bedeutet. Er war unter mehreren hundert Vorschlägen auf den Social-Media-Kanälen von HOWOGE und Tierpark Berlin einer der meistgenannten Namen. „Der Name drückt also aus, was wir uns in diesen unruhigen Zeiten alle wünschen: ein friedliches Miteinander“, begründet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem die Namenswahl und bedankt sich bei der Patin in diesem Zuge für die großzügige Unterstützung bei der Erneuerung des Stallbodens: „Unsere Giraffenherde kann sich sehr glücklich schätzen, so zuverlässige Paten zu haben, die ihnen und uns als Tierpark gerade in so herausfordernden Zeiten treu zur Seite stehen. Ein solch tatkräftiges Engagement ist keine Selbstverständlichkeit.“

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Die junge Giraffe Frieda steht mit ihrer Mutter Amalka zur Giraffentaufe im Tierpark Berlin.
Die junge Giraffe Frieda steht mit ihrer Mutter Amalka zur Giraffentaufe im Tierpark Berlin. Elisabeth Edich/dpa

Giraffen wiegen 60 Kilo bei der Geburt

Mit einer Größe von etwa 1,80 m und schätzungsweise 60 kg Geburtsgewicht ist die am 16. Juni geborene Giraffe nicht nur die Maße betreffend eine kleine Besonderheit, denn frisch geborene Giraffen können fast unmittelbar nach der Geburt auf eigenen Beinen stehen. Auch der Nachwuchs von Giraffenkuh Amalka stakste – zuerst noch etwas unbeholfen – hinter und zeitweise sogar unter seiner Mutter durch den Stall. Mittlerweile ist Frieda sicher und munter unterwegs. Mutter und Tochter erkunden seit knapp zwei Wochen nun auch die Außenanlage, wo Frieda neugierig herumgaloppiert und ihre übrigen langhalsigen Mitbewohnerinnen besser kennenlernt. Neben Amalka, Jabulani und Frieda leben derzeit vier weitere Giraffen im Tierpark Berlin.

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„Es ist immer ein besonderes Ereignis, wenn ein Jungtier bei uns das Licht der Welt erblickt. Gerade als ehemaliger Zootierarzt weiß ich, dass man bei Giraffen so gut wie keine Geburtshilfe leisten kann. Hier kommt es besonders auf die Mutter und ihre natürlichen Instinkte an. Umso mehr freut es mich, dass Amalka diese Aufgabe auch bei ihrem dritten Nachwuchs so hervorragend meistert“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

Kleinen Giraffen kann man praktisch beim Wachsen zusehen. In den ersten Wochen entwickeln sie sich rasant und wachsen bis zu drei Zentimeter pro Tag.

Giraffen im Tierpark Berlin

Für Giraffen-Mutter Amalka ist es bereits der dritte Nachwuchs. Erst vor wenigen Tagen verließ ihr letztes Jungtier Henry im Alter von zwei Jahren den Tierpark Berlin, um in einem französischen Zoo eine neue Herde kennenzulernen.

Wie für Giraffen typisch, ist Vater Jabulani (10 Jahre) nicht in die Aufzucht des Jungtiers involviert.

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In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden Giraffen in ihrem Gesamtbestand seit einigen Jahren als „gefährdet“ gelistet. Für die Rothschild-Giraffe – eine von neun Giraffenunterarten – bedeutet das konkret, dass im natürlichen Lebensraum nur noch etwa 2000 Tiere dieser Unterart durch die Savanne ziehen.

„Die Lage für Giraffen ist insgesamt besorgniserregend. Wir arbeiten eng mit unserem Partnern und Partnerinnen vom Wild Nature Institute in Tansania zusammen, um die grazilen Säugetiere vor Ort zu schützen“, erklärt Säugetier-Kurator und Giraffen-Experte Dr. Florian Sicks. „Neben unserer wissenschaftlichen Zusammenarbeit finanzieren wir aktuell einen Teil der Feldforschung im Tarangire-Nationalpark“, ergänzt Sicks.