Zwei der Einbrecher bei der Verhandlung am Dienstag in Berlin. Pressefoto Wagner

Die Einbrecher waren auf Achse: 33 Mal innerhalb von einem Monat soll eine Bande in Berlin und anderen Orten in Wohnhäuser eingestiegen sein.

Drei Männer nun vor Gericht: Alfredo C. R. (31), Christopher F. M. (25) und Jonathan N. F. (30). Sie stammen aus Chile und sollen vor rund einem Jahr aus Frankreich nach Deutschland eingereist sein. Die Anklage: „Sie bereisten den gesamten nord- und ostdeutschen Raum zum Zwecke der Begehung von Einbrüchen.“ Sie sollen Beute im Wert von 110 000 Euro gemacht haben.

Die Serie ab 10. August. Zwischen 10 und 16 Uhr sollen F. M. und N. F. mit Komplizen die Tür zum Wintergarten eines Hauses aufgehebelt haben. Die Anklage: „Sie durchwühlten sämtliche Zimmer und Behältnisse.“ Beute: Schmuck im Wert von 2000 Euro. Sachschaden: Rund 1000 Euro.

Reisende Einbrecher. Sie mieten sich in Hotels in der Stadt ein und setzen sich am Morgen in Mietwagen, um das Umland nach möglichen Tatorten abzugrasen. Bevorzugt brechen sie am Tag ein, wenn Bewohner bei der Arbeit sind.

Mit Brecheisen Fenster oder Terrassentüren aufgehebelt

Blitzschnell werden Schränke durchwühlt. Ziel solcher Banden: In möglichst kurzer Zeit viel Bares, Schmuck, Uhren, Münzen oder Handys finden. Dinge, die sich leicht transportieren und schnell verhökern lassen.

Masche bei den 33 Taten: Mit Brecheisen Fenster oder Terrassentüren aufgehebelt oder angekippte Dachboden- oder Kellerfenster geöffnet. Einmal wurde brachial so lange gerüttelt, bis die Dreifachverglasung brach. Geklaut wurde, was zu finden war. In einem Fall sogar die Spardosen der Enkelkinder der Bewohner. Vier der 33 Taten scheiterten, weil Bewohner wider Erwarten zu Hause waren.

Am 7. September die letzte Tat der Serie. Ein heruntergelassenes Rollo wurde nach oben gedrückt und das angekippte Fenster entriegelt. Alles wurde durchwühlt. Ein Schock für die Bewohner.

Am 15. September klickten die Handschellen. Seit fast elf Monaten sitzt das Trio nun in U-Haft – damit ist die gesetzliche Frist von sechs Monaten deutlich überschritten. Die Verteidiger halten das für rechtswidrig, forderten nun Freilassung. Zu Aussagen kam es noch nicht. Fortsetzung: Donnerstag.