Andreas Geisel (SPD), Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Andreas Geisel (SPD), Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen dpa/Bernd von Jutrczenka

Tausende von ukrainischen Kriegsflüchtlingen suchten seit Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine vor fast einem Jahr Schutz in Berlin. Viele von ihnen werden wohl auch nach einem Ende des Krieges nicht in ihre Heimat zurückkehren, sondern in Berlin bleiben.

Damit rechnet Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD): „Wie und wann der Krieg in der Ukraine zu Ende geht und welche Konsequenzen das für die Menschen hat, die zu uns nach Berlin gekommen sind, bleibt Spekulation. Wenn wir davon ausgehen, dass von rund 100.000 Geflüchteten über 80.000 Anträge gestellt haben auf längerfristigen Aufenthalt, dann ist deutlich absehbar, dass ein großer Teil der Menschen auf Jahre in Berlin bleiben wird und nicht in die zerstörte Heimat zurückkehrt.“

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Berlin: Bedarf an Wohnungen wächst

„Dadurch haben wir einen entsprechenden Bedarf an Wohnraum. Und deswegen ist es auch einigermaßen bigott zu sagen, wir müssen Geflüchtete aufnehmen“ und gleichzeitig Wohnungsbauvorhaben verhindern, sagte Geisel. „Auch meine Mitbewerber von der CDU fordern, dass mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Gleichzeitig habe ich stapelweise Briefe von Abgeordneten der CDU auf meinem Tisch, die gegen einzelne Wohnungsbauvorhaben in ihren Wahlkreisen vorgehen und diese verhindern wollen.“

Insgesamt zeige die Zuwanderung, wie groß der Bedarf an Wohnraum in der Stadt sei. „Der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin resultiert vor allem aus der Knappheit. Und die aktuelle Zahl der Geflüchteten erhöht den Bedarf zusätzlich.“

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Die sogenannten modularen Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF), die aus vorgefertigten Beton-Modulen errichtet werden, seien keine kurzfristige Lösung. „Die modularen Unterkünfte kann man aber nicht über Nacht fertigstellen. Die haben eine Bauzeit von einem bis anderthalb Jahren“, sagte Geisel. „Das sind Gebäude, für die eine Baugenehmigung und entsprechende Erschließungsmaßnahmen nötig sind.“ Derzeit seien mehrere davon im Bau.

„Das sind keine Container oder temporäre Bauten, wie sie 2015/16 genutzt wurden“, sagte Geisel. „Die hatten eine Einsatzzeit von drei, vier Jahren. Für länger waren die nicht konzipiert.“ Auch die modularen Unterkünfte seien in Schnellbauweise seriell gefertigt, aber von der Qualität her wie Wohnungen, die später auch anderweitig genutzt werden könnten, so der Bausenator. „Die sind ausgelegt für eine Dauer von 50 bis 70 Jahren.“ Berlinweit gibt es derzeit 29 davon. Jeweils fünf weitere sind nach Angaben der Senatsverwaltung für 2023 und 2024 geplant.