Senat will Kontaktbeschränkungen der Coronakrise aufheben. Auch ein gemütliches Feierabendbier wie hier im Prater in der Kastanienallee wird wieder normaler Alltag sein. Foto: Imago images/Schöning

Nach mehreren anderen Bundesländern plant auch Berlin, die Kontaktbeschränkungen kommende Woche aufzuheben. Wegen der Corona-Gefahr galt bisher: Treffen dürfen sich nur Personen aus zwei Haushalten oder maximal fünf Personen. Ab dem 25. Juni fallen diese Regeln weg. Bei der Abstandsregel von 1,5 Metern zu fremden Personen bleibt es aber.

Nach jetzigem Stand sind kommende Woche Treffen im Innenbereich von bis zu 300 Personen möglich. Das heißt: Abiturprüfungen und Geburtstage sowie Familienfeiern sind für diesen Sommer gerettet, wenn Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden. Ab August sind Treffen mit bis zu 500 Personen erlaubt und ab Oktober dürfen sich bis zu 1000 Menschen drinnen treffen. Im Freien sind schon ab dem 30. Juni Zusammenkünfte mit bis zu 1000 Menschen gestattet. Davon unberührt sind Demos, religiöse Veranstaltungen, Parlamentssitzungen.

Ein entsprechender Entwurf  wird an diesem Dienstag im Senat diskutiert. Das wurde dem KURIER aus Teilnehmerkreisen bestätigt. Einen finalen Beschluss soll es erst kommenden Dienstag, den 23. Juni, geben. Die Senatsmitglieder beraten sich noch und behalten sich deswegen auch noch Änderungen vor. 

Geschäfte dürfen dann mehr Kunden einlassen. 10 Quadratmeter pro Kunde im Laden sind demnach ausreichend. Es wird nach dem Beschluss vom 23. Juni außerdem weitere Lockerungen für Gaststätten und Fitnessstudios geben. 

Neu ist ebenso: Der Senat will in einem Papier zusammenfassen, was alles in Corona-Zeiten künftig noch verboten sein wird. Vorher wurde regelmäßig mitgeteilt, was wieder erlaubt sein soll. Das alte Verfahren erscheint jetzt zu aufwendig.

Verboten bleiben auch nach dem 25. Juni die Öffnung von Clubs und Prostitutionsstätten sowie Saunabesuche. „Trotzdem werden wir über das Thema Sexarbeit kommenden Dienstag noch mal reden“, so ein Teilnehmer der Sitzung. Er sagt weiter: „Das Virus ist immer noch da. Lockerungen gehen nur, wenn man die Maskenpflicht in Einzelhandel und Gastronomie ernst nimmt.“ 

Die Berliner Hochschulen werden in diesem Sommersemester nicht zum Präsenzunterricht zurückkehren. Eine schrittweise Rückkehr der Studenten ist erst für das Wintersemester 2020/21 geplant.

Die großen Bühnen der Stadt bleiben in dieser Spielzeit erstmal zu. Theater bieten aber Veranstaltungen unter freiem Himmel sowie Livestreams im Netz an. 

Deutschlandweit geht die Zahl der Neuinfektionen konstant zurück. So wurden am Dienstagmorgen 378 Coronafälle gemeldet. In Berlin waren es 47 neue Fälle. 

Sogar die Opposition lobt die Entscheidung des Senats. „Das Aufheben der Kontaktbeschränkungen ist folgerichtig“, so CDU-Mann Danny Freymark. Doch es sei weiter Vorsicht geboten. „Wir müssen die Fallzahlen im Blick behalten. Ich beobachte derzeit verstärkt, dass sich die Menschen nicht an die Maskenpflicht und die Abstände halten“, so Freymark.