Aus einem Fläschchen des Biontech-Serums können statt fünf sogar sechs Dosen gewonnen werden. Ein Umstand, der dem Senat zu  dem Impfstoffvorrat verhalf. Foto: imago images/Perenyi

Aus den aktuellen Einschränkungen bei der Lieferung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer zieht Berlin die Konsequenzen. Während Nordrhein-Westfalen die Impfungen stoppte und andere Bundesländer Termine verschoben, geht die Hauptstadt einen anderen Weg. Nach KURIER-Informationen will die Senatsgesundheitsverwaltung offenbar mittels Reserven bei dem Biontech/Pfizer-Serum verhindern, dass schon festzugesagte Impftermine zurück genommen werden müssen. Ab Montag sollen daher auch die Kapazitäten in zwei Impfzentren begrenzt werden.

Laut Gesundheitsbehörde sollen in den nächsten zwei Wochen 52.650 Dosen des Biontech/Pfizer-Serums in Berlin eintreffen. Zwei weitere Lieferungen von je 35.100 Dosen sind bis Ende Februar angekündigt. Doch keiner weiß, ob Berlin tatsächlich diese Mengen erhalten wird. Schon jetzt steht fest, dass die Stadt 17.500 Dosen weniger als geplant bekommt, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Gesundheitssauschuss sagte. Das trifft rund 8750 Berliner, die diese Dosen innerhalb von 21 Tagen zweimal verabreicht bekommen sollten.

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Der Grund für die Lieferengpässe seien Umbauarbeiten für eine Produktionserweiterung in einem belgischen Werk, die bis Februar dauern sollen, so der Hersteller Biontech. Auch wenn das Unternehmen gerade neue Lieferungen in Aussicht stellt: Berlin will auf Nummer sicher gehen. Unter anderem mithilfe von Reserven sollen die Erst- und Zweit-Impftermine mit dem Biontech/Pfizer-Serum weiter wie geplant stattfinden.

Diese Termine sind seit Tagen von über 80 Jahre alten Berlinern fest gebucht worden. Die Reserve gibt es dank der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die bestätigte, dass man aus einem Fläschchen des Serums statt fünf nun sogar sechs Dosen impfen kann. Allein aus einer Lieferung von knapp 30.000 Dosen, die Berlin in der zweiten Januarwoche erhielt, könnten rechnerisch rund 6000 zusätzliche Einheiten gewonnen werden.

Das Impfzentrum in der Messehalle 21: Die Zahl der Termine soll dort reduziert werden, um bestehende Buchungen wegen der Biontech-Lieferprobleme nicht zu gefährden. Foto: imago images/Zeitz

Zusätzlich soll es Einschränkungen für die beiden Impfzentren, die das Biontech-/Pfizer-Produkt verabreichen, geben. So werde verhindert, dass dort bereits gebuchte Termine in den kommenden Wochen abgesagt werden müssen.

Das bedeutet: Im Impfzentrum in der Halle 21 der Messe Berlin in Charlottenburg soll die Zahl der Erst- und Zweitimpftermine von kommendem Montag an bis voraussichtlich 24. Februar auf täglich maximal 1400 begrenzt werden. Laut Gesundheitsverwaltung sind die dort schon vereinbarten Impftermine abgedeckt.

In der Arena in Treptow, in der ebenfalls der Biontech/Pfizer-Wirkstoff eingesetzt wird, sollen täglich nicht mehr als 1500 bis 1600 Termine stattfinden.  „Die Impftermine müssen wegen der reduzierten Lieferungen von Impfstoff gestreckt werden“, sagt Moritz Quiske, Sprecher der Gesundheitsverwaltung.  Das könnte für Berliner bedeuten, die jetzt eine Impfeinladung erhalten und das Biontech/Pfizer-Serum wollen, dass sie ihre Termine in diesen Zentren erst Ende Februar und im März bekommen werden.