Verschoben: Die erste MSA-Prüfung fällt nun auf den 13. Mai, drei Wochen später als geplant. Foto: imago stock & people

Berlin - Rund 300.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 150.000 Kitakinder müssen ab 17. März fünf lange Wochen zu Hause bleiben: knapp drei Wochen Corona-Schulschließung, plus die zwei Wochen Osterferien, die ab 6. April sowieso anstehen.

Die Berufsschulen waren schon am Montag geschlossen, die allgemeinbildenden Schulen und Kitas hatten noch einen Tag offen – für viele willkommene Zeit zur Absprache und Koordinierung der nächsten Wochen. Auch, weil vieles noch im Fluss ist: Während die Abiturprüfungen weiterhin wie geplant stattfinden sollen, gab die Senatsschulverwaltung am Montag bekannt, dass die zentralen Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA) bzw. zur erweiterten (eBBR) und zur normalen Berufsbildungsreife (BBR) nun doch verschoben werden.

Die Prüfungen zum MSA und eBBR finden in der 10. Klasse statt und sind identisch. Welchen Abschluss man erreicht, hängt von der Prüfungsleistung ab. Die vergleichenden Arbeiten zur BBR werden in der 9. Klasse geschrieben.

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Prüfungen um drei Wochen verschoben

Ursprünglich stand für all diese Abschlüsse der 21. April als erster Termin auf dem Plan – der zweite Schultag nach dem Ende der Osterferien. Nun ist er verschoben worden: Deutsch wird erst am 13. Mai geschrieben, Mathe am 25. Mai, die 1. Fremdsprache am 27. Mai – die bisherigen Nachschreibtermine. Die neuen Nachprüfungen finden dann Anfang Juni statt. Auch die Abschlussprüfungen für Fach- und Berufsoberschüler wurden nach hinten verschoben. Alle neuen Prüfungstermine veröffentlicht die Senatsschulverwaltung hier in den FAQ.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, man wolle damit Nachteile für die Prüflinge vermeiden. Und auch Miriam Pech, Vorsitzende von BISSS, einer Vereinigung von Berliner Sekundarschulleitern, sagt: „Durch die Schulschließungen fällt intensive Vorbereitungszeit auf den Mittleren Schulabschluss weg.“

Die Heinz-Brandt-Oberschule in Weißensee, die Pech leitet, nutzt zwar „Its Learning“, um den Schülerinnen und Schülern auch in Schulschließungszeiten online Übungsmaterialien für MSA und BBR zu Verfügung zu stellen. Aber die E-Learning-Plattform könne Präsenzunterricht nicht vollständig ersetzen, sagt Pech, „gerade, wenn es noch Fragen gibt zur Prüfung und zum Prüfungsstoff.“

Zudem hätten auch an ihrer Schule nicht alle zu Hause Zugang zum Internet. „Die Elternschaft engagiert sich gerade, damit auch diese Schülerinnen und Schüler Materialien bekommen.“

1,5 Meter Sicherheitsabstand

Nicht alle MSA-Prüfungen sind verschoben: Die mündlichen Präsentationsprüfungen finden an vielen Sekundarschulen schon in den nächsten Tagen statt. Unter besonderen Voraussetzungen: Die Schulen müssen sicherstellen, dass in den Prüfungs- und Vorbereitungsräumen alle Prüflinge mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sind. Genau  wie bei den Abiturprüfungen, die nach aktuellem Stand wie geplant Ende März beginnen.

Der Landesschülerausschuss spreche sich zwar weder dafür noch dagegen aus, auch die Abiprüfungen zu verschieben, sagt dessen Vorsitzender Miguel Góngora. Er persönlich glaubt aber, dass auch den Abiturienten etwas mehr Vorbereitungszeit gut tun würde: „Allein um die ganze Situation und die Panik zu verarbeiten, bevor es an die Prüfungen geht.“