Rathaus Mitte Foto: imago images/Joko

Die Corona-Pandemie macht der Berliner Verwaltung zu schaffen. Wer einen Termin im Bürgeramt bekommen möchte oder eine Zulassung für sein neues Auto benötigt, muss zurzeit viel Geduld mitbringen. Die Bezirke und der Senat wollen dies so schnell wie möglich ändern: „Alle Bezirke arbeiten mit Hochdruck daran, noch mehr Termine freizugeben“, teilte das Bezirksamte Friedrichshain-Kreuzberg mit. In den Ämtern der Behörde seien zusätzliche Kräfte im Einsatz; berlinweit seien zahlreiche Dienstleistungen online möglich. Auch in der Kfz-Zulassungsstelle werde mit Priorität daran gearbeitet, die Wartezeit zu reduzieren, hieß es aus der Innenverwaltung.

Nach Angaben des Senats seien die Kapazitäten der Bürgerämter seit dem 23. Mai schrittweise erhöht worden. Doch seitdem gilt: In das Bürgeramt geht es nur mit Termin. Allerdings gebe es davon derzeit insgesamt weniger als in Zeiten vor Corona, sagte der Sprecher. Das Problem ist, dass Wartebereiche und Büroplätze wegen der Abstandsregeln nicht voll genutzt werden können, hieß es aus Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf.

In Marzahn-Hellersdorf könne eines der drei Ämter wegen der bestehenden Hygieneauflagen nicht wieder geöffnet werden. Aus Mitte hieß es, dass die Menschen Termine auch für aktuell nicht notwendige Leistungen in Anspruch nehmen wollen - Notfälle hätten Priorität. Bei dringenden Anliegen reiche eine E-Mail.

Auch in der Kfz-Zulassungsstelle können aufgrund der Abstandsregeln weniger Kunden bedient werden. Seit Beginn der Krise geht auch hier nichts ohne Termin, hieß es aus der Innenverwaltung. Hinzu kommt, dass ein Teil der Angestellten entweder zur Risikogruppe gehöre oder sich um die eigenen Kinder kümmern müsse. Und: Die Frühjahrsspitze kollidiere wegen Corona in diesem Jahr mit den Sommerferien, in denen Mitarbeiter mit Kindern meist ihren Urlaub nehmen. Konkret bedeutet das: Für Händler beträgt die Wartezeit zurzeit drei Wochen, Privatkundentermine sind bis Ende August ausgebucht.

Wirtschaftsvertreter forderten den Senat zum Handeln auf. «Die langen Wartezeiten bei der Kfz-Zulassung in Berlin belasten den durch Corona sowieso schon stark gebeutelten Autohandel sowie die Produktivität der Unternehmen, die auf ihre bestellten Fahrzeuge angewiesen sind», sagte der Geschäftsführer Wirtschaft und Politik bei der IHK Berlin, Jörg Nolte. Der Senat sagte, dass er im engen Austausch mit der Kfz-Innung, Autohäusern und Zulassungsdiensten stehe. Privatkunden könnten für die Zulassung zudem das Online-Angebot „i-Kfz“ nutzen. Wartezeit bis zum Erhalt der Dokumente laut Senat: Nur wenige Tage. (dpa)