Die Polizei sichert den Tatort in Berlin-Pankow, an dem die Sechsfach-Mutter erstochen wurde. Sabine Gudath

Die Tat lässt einen bis heute frösteln. Eine sechsfache Mutter wurde am 29. April um 10 Uhr morgens auf offener Straße in Berlin-Pankow niedergemetzelt. Ihr Ehemann schnitt ihr die Kehle durch. Seitdem sitzt der Killer in U-Haft. Aber es gibt auch Vorwürfe gegen die Berliner Polizei. Warum konnte die Behörde die 31-Jährige nicht schützen, obwohl es bereits im Vorfeld Vorwürfe gegen den Ehemann gab? Die Fehler der Polizei führen jetzt zu weiteren Konsequenzen.

Die Berliner Polizei kann weiterhin nicht erklären, warum sie die sechsfache Mutter aus Afghanistan, die vermutlich von ihrem Mann erstochen wurde, nicht schützen konnte. Allerdings deuten Aussagen von Polizeipräsidentin Barbara Slowik daraufhin, dass Fehler gemacht wurden.

Es seien innerhalb der Polizei disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden, sagte Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Weiteres werde geprüft. Konkreter wollte Slowik nicht werden, weil die Aufklärung noch laufe. Normalerweise möchte man so verhindern, dass Beweismittel verschwinden.

Die 31-jährige Zohra Mohammad G. war Ende April in Berlin-Pankow getötet worden. Ihr 42 Jahre alter Ehemann, von dem sie sich getrennt hatte, sitzt seitdem als mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft.

Die Sechsfach-Mutter suchte Hilfe bei den Wachleuten des Flüchtlingsheims

Slowik sagte, die Frau habe ihren Ehemann zwei Monate vor der Tat zum ersten Mal bei der Polizei angezeigt. Danach suchte sie demnach Hilfe bei den Wachleuten des Flüchtlingsheims. Zwei weitere Anzeigen gegen den Mann nahm die Polizei in den nächsten Wochen auf und er erhielt Hausverbot. Die Polizei nahm auch Kontakt zum Jugendamt und dem Sozialdienst auf.

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Barbara Slowik, Polizeipräsidentin von Berlin, spricht von Fehlern, die gemacht wurden. dpa/Annette Riedl

Nach der Tat gab es scharfe Kritik, dass die Polizei und andere Behörden nicht richtig reagiert hätten und die Familie aus Afghanistan in kein Frauenhaus brachten oder sie anders schützten.

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Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Slowik bedauerten im Innenausschuss erneut wortreich das Verbrechen. Obwohl immer wieder gerade geflüchtete Frauen aus Afghanistan von ihren Männern, Brüdern oder anderen männlichen Verwandten angegriffen, verletzt oder umgebracht werden, seien solche Taten „sehr, sehr schwer vorhersehbar“, sagte Spranger.

Auch Slowik meinte, derartige Gewalt sei schwer vorherzusagen und könne leider nicht immer verhindert werden.