Polizisten im Einsatz vor dem „Scotch & Sofa“ Foto: dpa/Zinken

Vergangene Woche trafen sich Corona-Verharmloser und Teilnehmer dem Umfeld der Querdenken-Bewegung in einer Bar in Prenzlauer Berg, um eine Partei zu gründen, ihre Versammlung wurde wegen Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln zweimal von der Polizei aufgelöst.

Nun droht dem Wirt des Scotch & Sofa in der Kollwitzstraße ein Nachspiel: Gegenüber mehreren Medien erklärte Besitzer Sören P., ihm sei der Mietvertrag für die Bar gekündigt worden. Zudem rechne er selbst mit einem Bußgeld von 25.000 Euro. 

Dafür sprach Sören P. am Wochenende in einem YouTube-Gespräch über die beiden Treffen am vergangenen Donnerstag und Freitag. Der Gastronom, seit 2016 alleiniger Betreiber des Scotch & Sofa, bezeichnete die Versammlung als „Herzensangelegenheit“ und „kleines Highlight“. P. hatte einer Gruppe von etwa 30 Corona-Gegnern seine Bar als Treffpunkt zur Verfügung gestellt und wollte offenbar ebenfalls an der Gründung einer neuen Partei mitwirken, die sich gegen die geltenden Lockdown-Beschränkungen wenden will.

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Die Veranstaltung am Donnerstagabend wurde im Livestream im Internet übertragen, selbst noch als die Berliner Polizei das Treffen auflöste, weil sich die Anwesenden weder an Maskenpflicht noch Abstandsregeln hielten.

Am Freitag trafen sich erneut Verharmloser der Corona-Pandemie vor der Bar, wieder löste die Polizei das Treffen auf. Die Beamten stellten Personalien der etwa 30 anwesenden Frauen und Männer fest und leiteten Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung und das Versammlungsgesetz ein. 

Anwesend waren auch szenebekannte Corona-Verharmloser wie die Hutmacherin Rike Feurstein, die auch als Rechtsanwältin Viviane Fischer auftritt, ebenso der Anwalt Reiner Fuellmich. Danach empörten sich die verhinderten Parteigründer in Internetvideos über angebliche Unterdrückung ihrer demokratischen Rechte.

Bei Barbesitzer Sören P. hingegen meldete sich nach dessen Aussage offenbar der Vermieter und kündigte das Mietverhältnis. Beide, Mieter und Eigentümer, waren nicht für Stellungnahmen zu erreichen.

In einer offenbar am Sonnabend aufgenommenen Diskussionsrunde empörte sich Sören P. über zu geringe Hilfsgelder für seinen Gastronomiebetrieb und stellte die Corona-Maßnahmen von Bundesregierung und Senat infrage.

Auf Nachfrage bezeichnete er sich jedoch als politisch „Mitte-links“ stehend. Es sei sein Wunsch gewesen, endlich wieder seine Bar zu öffnen. Nun droht ihm wohl die dauerhafte Schließung.