Wer in Berlin baut, muss Erdreich bewegen – und immer mehr Geld Gerd Engelsmann

Das sind ganz schlechte Aussichten für die große Berliner Wohnungsbau-Offensive, die binnen zehn Jahren 200.000 Wohnungen schaffen soll: Die Preise für Bauleistungen steigen ungebremst. Das Amt für Statistik hat das jetzt für Berlin und Brandenburg auseinanderklamüsert.

Von Februar 2021 bis Februar 2022 stiegen die Preise für Rohbauarbeiten in Berlin um 12,9 Prozent, in Brandenburg sogar um 17,3 Prozent. Die Preise für Ausbauarbeiten erhöhten sie sich binnen Jahresfrist um 15,8 Prozent in Berlin und 17,3 Prozent in Brandenburg. Mauer- und Betonarbeiten, die beim Neubau von Wohnhäusern den größten Anteil haben, verteuerten sich in Berlin um 5,6 beziehungsweise 13,6 Prozent (Brandenburg: 12 / 16,6 Prozent).

Überdurchschnittliche Preissteigerungen sowohl für Roh- als auch für Ausbauarbeiten seien die Ursache für die Kostenexplosion, die unverändert auf steigende Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen seien. Weder in Berlin noch in Brandenburg ist auch nur eine Bauleistung günstiger geworden, fanden die Statistiker heraus.

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Wo es in Berlin besonders teuer wurde

  • Zimmer- und Holzbauarbeiten: 29,8 Prozent
  • Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten: 27,6 Prozent
  • Tischlerarbeiten: 24,7 Prozent
  • Metallbauarbeiten: 21,9 Prozent
  • Rollladenarbeiten: 19,7 Prozent
  • Parkettarbeiten: 19 Prozent

Hier schlugen die Preiserhöhungen in Brandenburg am stärksten zu

  • Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen: 32,2 Prozent
  • Abdichtungsarbeiten: 26,6 Prozent
  • Betonwerksteinarbeiten: 26,4 Prozent
  • Raumlufttechnische Anlagen: 26 Prozent
  • Estricharbeiten: 25,2 Prozent
  • Metallbauarbeiten: 22,4 Prozent

Auch das Bauen und Reparieren von Straßen wird immer kostspieliger: Im Februar war der Straßenbau in Berlin neun Prozent teurer als ein Jahr davor, in Brandenburg 11,7 Prozent.