Noch ist Niclas in der Klinik: Er ist großer Union-Fan und trägt sogar im Krankenbett sein Trikot Privat

Niclas hat einen Herzenswunsch. Er möchte einmal mit seinem Lieblingsspieler Max Kruse vom 1. FC Union Berlin im Lamborghini durch Berlin fahren. Schon der bloße Gedanke daran, dass er sich vielleicht eines Tages erfüllen könnte, hilft ihm dabei, seine schwere Krankheit zu überstehen. Der 11-Jährige hatte einen 15 Zentimeter großen bösartigen Tumor im Knochen seines linken Oberschenkels (medizinisch: Osteosarkom). Deshalb musste ihm ein Teil seines Beins amputiert werden. Lesen Sie die Geschichte des tapferen Sechstklässlers aus Rüdersdorf.

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„Ich bin seit vier Jahren Union-Fan und schaue mir mit meinen Eltern fast jedes Spiel zusammen an. Neben Max im Auto zu sitzen, wäre mein absoluter Traum“, sagt Niclas. Auch im Krankenbett trägt er stolz sein Trikot, auf dem alle Spieler unterschrieben haben. Seit Oktober vergangenen Jahres hat er schon viele Tage und Nächte auf der Kinderonkologie verbracht und schon viele Tränen vergossen. Doch Niclas hat sich fest vorgenommen, sich von seinem Schicksal nicht unterkriegen zu lassen. Auf gar keinen Fall.

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Das vergangene Weihnachtsfest: Niclas mit seiner großen Schwester Sina. Sie steht ihm in dieser schweren Zeit zur Seite.

„Er ist wahnsinnig stark und tapfer. Manchmal tapferer als mein Mann und ich“ sagt seine Mama Sandra Z. (40), die seit der Diagnose täglich 24 Stunden bei ihrem Jungen ist. Im Juni vergangenen Jahres klagte ihr Sohn nach dem Fußball plötzlich über starke Kniebeschwerden. Doch er schleppte sich noch weiter zum Training und sogar zu den Punktspielen seines Vereins, dem MSV Rüdersdorf. „Sein Orthopäde vermutete harmlose Wachstumsschmerzen“, berichtet die Mutter.

Doch als die Schmerzen immer stärker wurden und er es kaum noch aushielt, suchten sie einen weiteren Orthopäden auf. Auch der dachte an nichts Ernstes , sondern an eine Meniskusverletzung. Erst beim dritten Facharzt drängten die Eltern auf eine MRT-Untersuchung, bei der die erschreckende Wahrheit herauskam: ein bösartiger Tumor in seinem Oberschenkel. Der Mediziner überwies ihn ins Helios-Klinikum Berlin-Buch.

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Die ersten Chemotherapien hat Niclas gar nicht gut verkraftet

„In diesem Augenblick ist für uns erst einmal eine Welt zusammen gebrochen“, sagt Sandra Z. Die ersten Chemotherapien hatte Niclas gar nicht gut verkraftet. Er war matt und müde und musste sich ständig erbrechen. Auch die Tabletten, die ihm seine Ärzte verordneten, wollte er nicht nehmen. „Er hat sich da total hineingesteigert und Würgereiz bekommen“, erinnert sich die Mutter. Ihren Job als stellvertretende Marktleiterin einer Supermarktkette kann sie momentan nicht ausführen, weil sie ihr Kind rund um die Uhr pflegen muss.

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Da waren sie noch unbeschwert: Niclas mit seiner Mutter Sandra (v.li.), seiner Schwester Sina und seinem Vater Jens bei einem Ausflug nach Finowfurt.

Wenige Tage vor der Amputation hat Niclas große Angst bekommen

Für Niclas begann ein Überlebenskampf, der auch seine Eltern und seine vier Jahre ältere Schwester Sina an ihre Grenzen brachte. Besonders der Moment, als sie ihm erklären mussten, dass er seinen linken Oberschenkel verliert, sei kaum zu ertragen gewesen, so die Mutter. Sie und ihr Mann hätten es ihm gemeinsam mit seinen Ärzten und einer Psychologin beigebracht. „Er war ganz gefasst und sagte, dass er auch mit Prothese unbedingt wieder Fußballspielen wollte“, so Sandra Z. Doch wenige Tage vor der Amputation habe er plötzlich große Angst bekommen und immer wieder gesagt, er wolle sein Bein behalten.

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Sie hätten dann versucht, vor dem Eingriff gar nicht mehr darüber zu sprechen. Vom Verein Kolibri e.V. bekam er zum Trost ein neues Smartphone geschenkt, weil er mit seinem alten Handy schlechten Empfang hatte und das Unions-Trikot. „Das hat ihn abgelenkt, weil er sich so gefreut hat und jetzt auch mit Freunden und Mitschülern wieder Nachrichten schreiben kann“, erklärt Sandra Z.

Die Operation hat Niclas inzwischen gut überstanden und er ist ganz zuversichtlich, dass er bald wieder in sein altes Leben zurück findet. Er kann sogar schon wieder aufstehen und ein paar Schritte an seinen Gehstützen laufen. Sein Physiotherapeut hilft ihm, wieder laufen zu lernen. Am Freitag darf er vorübergehend für zwei Wochen nach Hause kommen, zu seinem Vater und Sina. „Unsere beiden Kinder sind durch die Krise richtig fest zusammen gewachsen“, freut sich die Mutter. Auch ihre Kollegen, Verwandten, Freunde und Niclas Lehrer und Klassenkameraden kümmerten sich sehr um die Familie.  Das gebe ihnen allen viel Halt.

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Bevor Niclas wieder ganz bei seinen Eltern und seiner Schwester sein kann, muss er noch 11 Chemotherapien überstehen. Auch dabei hat er seinen Herzenswunsch fest im Blick. Einmal mit Max Kruse Lamborghini fahren. Das hätte der tapfere Junge so sehr verdient!