Matthias Mützelburg, Chef der Firma Neodent Zahntechnik,  gibt Rentner Eckart Dietrich Masken, Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel. Foto: privat

Berlin - Schnell und unkompliziert: So läuft die Hilfe unter den Berlinern in der Corona-Krise. Wie jetzt im Fall von KURIER-Leser Eckart Dietrich (84) aus Pankow, der uns diesen Notruf schickte: „Ich kann nirgends Schutzmasken bekommen. Doch ich brauche sie, um das Leben meiner schwer lungenkranken Frau nicht zu gefährden!“ Sein Notruf wurde erhört.

Eckart Dietrich und seine Frau Doris (82) gehören zur Corona-Risikogruppe. Er berichtet: „In den 90er-Jahren hatten wir den Lungenkrebs bekämpft, leiden nun an der schweren chronischen Lungenkrankheit  COPD. Bei meiner Frau ist diese nun im Endstadium. Eine Ansteckung mit dem Corona-Virus kann für sie jetzt tödlich sein.“

Ehepaar leidet an der schweren Lungenkrankheit COPD

Wie gefährlich COPD in diesen Tagen ist, zeigte jetzt der Tod des Lebensgefährten von Klaus Wowereit. Sein Mann Jörn Kubicki litt an COPD, starb offenbar infolge einer Corona-Infektion (KURIER berichtete).

Auch Eckart Dietrich kennt das Risiko.  „Doch bei meiner Doris ist es noch größer. Sie kam  vor Wochen mit einer schwere Lungenentzündung in die Klinik“, sagt er. „Nun darf sie bald nach Hause. Zu ihrem Schutz wollte ich uns bis dahin Masken besorgen, um die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus zu senken.“

Denn der Rentner ist auf der Straße unterwegs, geht Einkaufen oder zur Apotheke. „Wer weiß, möglicherweise stecke ich mich da mit dem Coronavirus an, übertrage ihn dann weiter an meine Frau, wenn sie da ist. Masken können das Risiko minimieren, aber ich bekomme keine und weiß nun nicht mehr weiter“, sagte Dietrich weinend am KURIER-Telefon.

Sein Anruf kam, als bereits Berliner Ärzte mit der Schließung ihrer Praxen drohten, weil sogar sie keine Masken und Schutzkleidung mehr bekommen. Doch es gibt noch Retter in der Not. Wie der Charlottenburger Zahntechniker Matthias Mützelburg (40), der über den KURIER 700 Masken und über 2300 Schutzanzüge als Spende für Kliniken anbot. Als er von dem Notruf des Rentners hörte, gab es kein langes Überlegen. „Ich helfe den Kliniken und ich helfe auch Herrn Dietrich“, sagt der Zahntechniker. 100 Masken, Handschuhe und etwas Desinfektionsmittel brachte er nun dem Rentner. Dietrich ist glücklich: „Ich danke dem Mann und dem KURIER!“