Als mutmaßliches Erpresser-Duo vor Gericht: Rocco B. (33) und Roberto D. G. (31). Pressefoto Wagner

Ein Bäcker (43) wird erpresst, verschuldet sich dadurch und wird zum Bankräuber. Waren es zwei seiner Kumpels, die ihn anonym unter Druck setzten und ausplünderten?

Als mutmaßliches Erpresser-Duo nun vor Gericht: Rocco B. (33) und Roberto D. G. (31). Sie sollen ihren Freund Bernhard L. mit Horror-Nachrichten in Angst und Schrecken versetzt und erpresst haben.

Anonym und über einen Messenger-Dienst lief die miese Tour. Unter Pseudonym hätten sich B. und D. G. bei dem Bäcker gemeldet, so die Anklage. „Durch Schaffung eines Bedrohungsszenarios aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität“ hätten sie ihn 13-mal zu Zahlungen gezwungen, insgesamt 15.550 Euro abgezockt.

Es fing an mit geforderten 5000 Euro – weil er angeblich als Freier eine „Dame von den Clubs“ geschwängert habe. Für den Fall der Nichtzahlung sei ihm „die harte Tour“ angekündigt worden, so die Anklage.

Gewalt gegen ihn und seine Familie wurde angedroht – „10.000 Euro, sonst sticht mein Bruder dir beide Augen aus und hackt die rechte Hand ab … deine Eltern werden komplett entsorgt …“. Der Bäcker verschuldete sich und brachte das Geld zu vorgegebenen Orten.

Ein Sixpack Bier in einem Rucksack als Bomben-Attrappe

Am 15. September 2020 wurde L. zum Bankräuber. Mit brisanten Zutaten: eine tickende Küchenuhr und ein Sixpack Bier in einem Rucksack als Bomben-Attrappe. „Geld her, Bombe!“ verlangte er. 5000 Euro erbeutete er in einer Bankfiliale in Friedrichshain. Kurz die Freude: Er wurde mit dem Geld geschnappt. L. bekam in einem früheren Prozess dreieinhalb Jahre Knast.

Doch er war aus Sicht der Anklage kein Einzeltäter: B. und D. G. hätten ihm den Coup „schmackhaft“ gemacht. Nun müssen auch sie sich für den Überfall verantworten.

Während B. schwieg, erklärte sein Kumpel: „An der Planung des Überfalls war ich beteiligt, aber mit der Erpressung habe ich nichts zu tun.“ Fortsetzung: Dienstag.