Der Auto-Schrott landet auch in den Wäldern rund um Berlin. Paulus Ponizak

Wollen die Leute wirklich in diesem Müll leben? Immer mehr alte und schrottreife Autos werden in Berlin einfach am Straßenrand stehen gelassen. Die Zahl der gemeldeten und erfassten „Fahrzeugwracks“ ist von rund 1100 im Jahr 2017 auf 1637 im vergangenen Jahr gestiegen. Und keine Besserung ist in Sicht.

Die Zahlen sind eine Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz. Im ersten Halbjahr 2021 waren es bereits 909 erfasste alte Autos, die unbenutzt herumstanden. Allein in Mitte und Neukölln waren es zuletzt jeweils weit über 200.

2018 wurden zu den abgestellten Schrottfahrzeugen 824 Strafverfahren eingeleitet und es gab mehr als 250 Verurteilungen. 2019 waren es rund 500 Strafverfahren und 70 Urteile, 2020 nur noch 279 Verfahren und 33 Urteile.

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Seit 2017 gibt es eine App „Ordnungsamt Online“, in der Anwohner Müllansammlungen und Schrottautos auf den Straßen mit einem genauen Standort anzeigen können. Der Senat betonte, das illegale Abstellen von „Schrottfahrzeugen“ im öffentlichen Straßenland sei „rechtswidrig und gefährlich“. Zügiges Entfernen werde ausdrücklich begrüßt.

Schuld ist auch ein Zuständigkeitswirrwarr, keine Hand weiß, was die andere tut

Probleme gibt es auch auf dem Wasser, wo sich immer mehr Boote und „Schwimmkörper“ befinden. Steigen würde daher auch der Anteil selbst gebauter Fahrzeuge, „die teilweise als Unterkunft genutzt werden“. Parallel könne auch die Zahl verlassener und aufgegebener „Schiffskörper (Schrottboote)“ steigen und die Ordnung und Sicherheit auf den Gewässern gefährden, so der Senat.

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Die Behörden tun sich laut Senat mit dem Eingreifen schwer. Das liege an den verschiedenen Zuständigkeiten von Berliner Wasserschutzpolizei, den Ordnungsämtern der Bezirke, der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Spree-Havel als Bundesbehörde. Über aktuelle und künftige Verfahrensweisen werde derzeit beraten.

Seitdem das Abfallaufkommen in der Stadt so hoch ist, gibt es immer mehr Subbotniks und freiwillige Helfer, was gut ist. Aber Blechwracks von Fahrzeugen, das ist nun wirklich eine Behördenaufgabe.