Nach den Besitzern dieses wunderschönen Hundes suchen die Tierschützer des Berliner Tierheims noch.
Nach den Besitzern dieses wunderschönen Hundes suchen die Tierschützer des Berliner Tierheims noch. dpa/Paul Zinken

Wenige Tage vor Weihnachten schrieb ich an dieser Stelle über die alljährliche Bitte, keine Tiere zum Fest zu verschenken – und über die alljährliche Bilanz des Tierheims, wie viele Hunde und Katzen über die Weihnachtstage ihr Zuhause verloren. Nun sind die Feiertage überstanden, die Geschenke ausgepackt, der Braten ist verputzt. Und ich gebe zu: Ich rechnete mit dem Schlimmsten. Doch in diesem Jahr gibt es ein kleines Weihnachtswunder: Zur Abwechslung fällt die Bilanz der Tierschützer positiv aus!

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Für Tierfreunde sind diese Zahlen beinahe ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk: Die Zahl der Tiere, die über die Feiertage auf den Straßen Berlins gefunden wurden und die von den Tierschützern aufgenommen werden mussten, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken! Zwischen dem 21. und dem 26. Dezember landeten 17 Haustiere in der Amtlichen Tiersammelstelle, teilt das Tierheim mit.

Acht Katzen und sieben Hunde landeten Weihnachten im Tierheim Berlin

Die Bilanz: Acht Katzen, sieben Hunde und zwei Meerschweinchen mussten in Falkenberg versorgt werden. Natürlich ist jedes Tier eines zu viel – doch gemessen daran, dass es im Vorjahr 24 Tiere waren, ist die Zahl wirklich eine gute Nachricht. Und es kommt noch besser: Sechs der sieben Hunde und drei der acht Katzen wurden offenbar nicht ausgesetzt, sondern waren nur weggelaufen – sie wurden inzwischen wieder von ihren Besitzern abgeholt.

Eine Katze sitzt in einer Box im Tierheim Berlin. Sie gehört zu den Fundtieren, die zu Weihnachten im Tierheim aufgenommen wurden.
Eine Katze sitzt in einer Box im Tierheim Berlin. Sie gehört zu den Fundtieren, die zu Weihnachten im Tierheim aufgenommen wurden. dpa/Paul Zinken

Rätselraten gibt es allerdings um den siebten Hund. Bei ihm seien die Besitzverhältnisse völlig unklar, heißt es aus dem Tierheim. „Der Mikrochip des Rüden namens Aaron ist auf eine Frau registriert, die nachweislich nicht in Berlin wohnt und nach eigenen Angaben schon länger nicht mehr Halterin des Hundes ist“, teilen die Tierschützer mit. Man hoffe dennoch, dass sich der neue Besitzer oder die neue Besitzerin noch melden.

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Allerdings gibt es trotz der eigentlich erfreulichen Botschaft auch einen sehr traurigen Aspekt – das Schicksal der beiden ausgesetzten Meerschweinchen. „Sie wurden am 22. Dezember in einem Hausflur in der Silbersteinstraße (Neukölln) entdeckt – ausgesetzt in einer Kiste.“

Tierheim: Die Meerschweinchen waren in verheerendem Zustand

Laut Uta Reinhardt, Sprecherin des Tierschutzvereins, seien beide Tiere schwer vernachlässigt gewesen. „Das lange Fell war komplett verfilzt und kotbeschmiert, die Augen tränten, die Ohren waren verdreckt und die Krallen so lang, dass sie schon rund gewachsen waren.“

Auch diese beiden Meerschweinchen wurden über Weihnachten ausgesetzt - ihr Schicksal rührt Tier-Freunde zu Tränen.
Auch diese beiden Meerschweinchen wurden über Weihnachten ausgesetzt - ihr Schicksal rührt Tier-Freunde zu Tränen. dpa/Paul Zinken

Sie seien in der Tierarztpraxis des Tierheims behandelt worden, das Fell wurde geschoren, sie wurden gereinigt. Nun werden sie von den Tierheim-Mitarbeitern aufgepäppelt und gepflegt, damit sie hoffentlich bald in ein schönes neues Zuhause ziehen können. Bleibt nur zu hoffen, dass das gelingt – und dass sich die Zahlen in den kommenden Tagen nicht erhöhen.

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Denn fakt ist: Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Haustiere als Geschenk die Besitzer gewechselt haben – und während sie an den ersten Tagen nach der Bescherung noch gute Kuscheltiere abgeben, kommt das Bewusstsein dafür, dass ein Tier kein Spielzeug ist, oft erst Tage später.  „Wir plädieren daher dafür, dass man keine Tiere verschenkt, da man sich der Verantwortung bewusst sein muss“, betonte Reinhardt noch einmal. Dass die Zahlen gesunken sind, könnte nun zumindest ein kleines Zeichen dafür sein, dass immer mehr Leute das Flehen der Tierschützer erhören und ihre Botschaften verstehen.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com