Diese angebliche Tellermine fischte ein Angler aus dem Teltowkanal. Doch die Polizei konnte Entwarnung geben. Fotos: Morris Pudwell

Es gibt Einsätze, die gibt’s gar nicht! Am Freitagabend mussten Beamte der Polizei zu einem speziellen Fall ausrücken – und nicht nur sie. Auch die Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes kamen gegen 18 Uhr zur Altglienicker Brücke, um ein besonderes Objekt in Augenschein zu nehmen.

Ein Angler – laut Zeugen soll es sich um einen sogenannten „Magnetangler“ gehandelt haben – habe aus dem Teltowkanal unterhalb der Brücke eine Tellermine gefischt. Er alarmierte die Rettungskräfte. Die Berliner Polizei sperrte daraufhin die Köpenicker Straße zwischen Ernst-Ruska-Ufer und Korkedamm vollständig für den Straßenverkehr. Ebenfalls betroffen von der Sperrung waren die Buslinien 163 und 260. Weite Umwege für einige Anwohner.

Eine Tellermine im Teltowkanal? Die Polizei gibt Entwarnung...

Und das rätselhafte Objekt? Eine runde und rostige Metallscheibe, an der der Zahn der Zeit offenbar genagt hat. ´Verstärkung kommt – die Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes. Sie schauen sich die „Tellermine“ genau an, geben gegen 20.30 Uhr Entwarnung: Das Ding ist kein Sprengkörper, sondern eine alte Herdplatte – und damit völlig ungefährlich. Die Sperrungen werden aufgehoben.

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Vielerorts sind in Berlin Magnetangler unterwegs, die manchmal auf der Jagd nach Schätzen sind, manchmal aber auch einfach Schrott und Müll aus den Gewässern der Stadt angeln. Besonders verheerend ist die Unterwasser-Lage in Teilen von Mitte und Friedrichshain, etwa an der East Side Gallery: Hier landen immer wieder Fahrräder, Elektroroller und Einkaufswagen im Wasser. Das Problem: Vor allem die Roller sind gefährlich, denn werden die Akkus beschädigt, können sie das Wasser der Spree vergiften.

Doch immer wieder passiert es auch, dass Magnetangler gefährliche Dinge am Haken haben. Ein junger Mann fischte erst im Herbst des letzten Jahres an der Gertraudenbrücke in Mitte eine scharfe aus dem Wasser.

Immer wieder fischen Magnetangler Waffen und Granaten aus der Spree

Magnetangler Martin Schwarz gelang im Mai 2020 ein ähnlicher Fund in Spandau: Auch er entdeckte eine Granate, dieses Mal im Festungsgraben an der Zitadelle. „„Zuerst dachte ich, es ist eine mit Schlamm gefüllte Flasche“, erzählte der Magnetangler der „Berliner Woche“. Auch hier kam die Polizei, konnte Entwarnung geben: Das Stück war nicht mehr scharf.