Herzstück der Wohnanlage soll die Rezeption mit Bar und Dachterrasse werden. Grafik:   The Base 

The Base, so heißt das Projekt, das in Pankow im kommenden Jahr landen wird wie ein Ufo. 318 Kleinstapartments entstehen in einem ehemaligen Plattenbau der Intrac. In Zukunft sollen hier sogenannte Young Professionals von 20 bis 35 Jahren in Laufweite zum Bürgerpark residieren.

Der Programmierer für Zalando, die Berufseinsteigerin aus Düsseldorf, die Webdesignerin aus Indien – junge Menschen aus aller Welt sind die Zielgruppe für eine neue Form des Wohnens, die über das bloße Dach überm Kopf weit hinaus gehen soll.

„Junge Leute suchen in Berlin bezahlbaren Wohnraum“, sagt der Gründer von The Base, Florian Färber. Wer für den Berufseinstieg Berlin komme, habe meist keine größeren Besitztümer und suche vermehrt nach möblierten Apartments. 

Berufseinsteiger, Singles oder Geschiedene können auf Zeit im Mikroapartment einchecken. Grafik: The Base 

Man muss sich den Wohnkomplex mit Kino, Meditationsraum, Bibliothek und Dachterrasse mit Gärten und Co-Working-Plätzen wie eine Art betreutes Wohnen für rastlose Weltbürger vorstellen. Das Fitnessstudio wird in einem abhörsicheren Raum eingerichtet, über den die Intrac als Teil der Abteilung Kommerzielle Koordinierung unter Alexander Schalck-Golodkowski verfügte.

Mietnebenkosten, Internet, Netflix  – alles ist enthalten im Wohnpaket. Und noch mehr, wenn man will: Aus Erfahrung mit jungen Fachkräften weiß Färber, dass es vielen Neuankömmlingen schwer fällt, Zugang zu sozialen Gruppen vor Ort zu finden. Auch hier will sein Projekt Pionierarbeit leisten.

Das ehemalige Intrac-Gebäude in der Pestalozzistraße in Pankow wird zu Apartments mit Co-Working-Büros. Florian Färber (38) ist der Gründer von The Base. Foto: Sabine Gudath 

In der Basisstation sollen Bewohner in Gemeinschaftsküchen bei Kochkursen oder beim Yoga auf der Dachterrasse auf Gleichgesinnte treffen. Wenn sie beim Einzug ihre Vorlieben angeben, sorgt eine App, die ähnlich dem Matching-Algorithmus von Dating-Apps funktionieren soll, dafür, dass Menschen zusammenkommen, die gemeinsame Hobbys und Interessen haben. 50 Prozent der Zielgruppe seien Singles. Eine Art 0ffline-Tinder werde der Wohnkomplex aber sicher nicht, sagt Florian Färber. 

Mit einem neuen Gebäude im Hof des Ensembles will man sich auch für die Pankower öffnen. Kaffee und Snacks soll es hier neben der Rezeption geben, wechselnde Foodtrucks und eine Kita sollen Pankowern ebenso offenstehen, wie die Angebote des Sportstudios. Für die Bewohner der etwa 20 Quadratmeter großen Apartments ist die Nutzung der Gemeinschaftsräume im Mietpreis inklusive. Ebenso ein Reinigungsservice, der zweimal monatlich durchwischt und die Bettwäsche wechselt. Für den Einzug in die moderne Kommune müssen Interessierte ab 700 Euro im Monat kalkulieren.