Tristesse in der weihnachtlich illuminierten Marzahner Promenade dpa

Es ist genau das Szenario, vor dem Experten seit Tagen gewarnt haben: Der Rückgang von Corona-Fällen in der Hauptstadt ist nicht nur gestoppt, der Trend hat sich wieder gedreht. Immer mehr Menschen stecken sich in Berlin mit dem Coronavirus an! 2941 Neuinfektionen an nur einem Tag, so steht es im Lagebericht des Senats von Dienstag. Am Dienstag vor einer Woche waren es 362 weniger! Fünf weitere Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.

Zwei der drei Ampeln im Warnsystem des Landes stehen auf Rot: Die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht 325,8 nach 307,8 vor einer Woche; sie gibt an, wie viele von 100.000 Menschen sich innerhalb einer Woche rechnerisch anstecken. Und von den Intensivbetten ist weiterhin mehr als jedes fünfte durch Corona-Patienten belegt. Die Quote lag am Dienstag bei 22 Prozent.

Nur Steglitz-Zehlendorf noch unterhalb der 200er-Inzidenz

Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt an. Rechnerisch 5,2 von 100.000 Menschen kamen innerhalb von sieben Tagen im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion ins Krankenhaus. Vor einer Woche hatte die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz bei 4,7 gelegen. Die Warnampel steht bei diesem Wert unverändert auf Orange.

In einem Berliner Bezirk ist die Corona-Inzidenz geradezu explosionsartig angestiegen: Mit einem Wert von 525,8 steht Marzahn-Hellersdorf an der traurigen Spitze. Lediglich Steglitz-Zehlendorf weist noch eine Inzidenz unterhalb der 200er-Schwelle aus, drei weitere Bezirke liegen unterhalb von 300. Doch der Trend zeigt deutlich nach oben. Insider gehen auch von einer signifikanten Untererfassung von Fällen aus: Gesundheitsämter sind überlastet, kommen nicht mehr hinterher, Fälle zu erfassen.

Bei den aktuell gemeldeten Corona-Infektionen spielt Omikron nur eine Nebenrolle: Fast sämtliche aktuell gemeldete Fälle gehen auf die Delta-Variante zurück. Doch Experten gehen davon aus, dass Omikron schon bald nach Weihnachten auch hier zur dominierenden Variante werden könnte.

Zahl der bestätigten Omikron-Fälle in Brandenburg steigt

Auch in Brandenburg breitet sich das Coronavirus weiterhin vergleichsweise schnell aus. In den vergangenen sieben Tagen steckten sich rechnerisch 569,7 von 100.000 Menschen an, wie das Robert-Koch-Institut am Dienstag mitteilte. Vor einer Woche lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zwar noch bei 642,6. Sie bleibt in Brandenburg jedoch nahezu doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt. Für Deutschland wurde der Wert am Dienstag mit 306,4 angegeben. Die höchsten Zahlen in Brandenburg gibt es in Cottbus und im umgebenden Kreis Spree-Neiße, vergleichsweise gering sind sie im Havelland und im Kreis Oberhavel.

Die Zahl der Fälle von Infektionen mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hat sich in Brandenburg erhöht. Nach 19 bestätigten Infektionen am Vortag berichtete das Gesundheitsministerium mit Stand Dienstag von insgesamt 27 Fällen dieser Variante. Nachgewiesen wurde es in sieben Landkreisen und den Städten Potsdam und Brandenburg an der Havel.

Das Ressort von Ursula Nonnemacher (Grüne) empfiehlt gegen die neue Variante des Coronavirus eine Auffrischimpfung. „Nach allem, was wir über Omikron wissen, ist die dritte Impfung jetzt ganz entscheidend“, hatte die Ministerin betont. Alle Personen ab 18 Jahren könnten diese Auffrischimpfung erhalten.