Weihnachtsshopping am Alexanderplatz: Wo viele Menschen zusammenkommen, nutzen Coronaviren die Gelegenheit. dpa/Christoph Soeder

Viele Kneipen sind schon wieder voll, als gäbe es kein Corona, Masken halten einige Berliner bei Inzidenzen jenseits der 300 in mehreren Bezirken für verzichtbar. Derlei Leichtsinn rächt sich: Kurz vor den Feiertagen werden stadtweit in Berlin 2391 neue Corona-Fälle gemeldet. Sechs Menschen starben innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer schweren Covid-Infektion. Berlins Intensivstationen sind am Limit: Weit mehr als jedes fünfte Intensivbett ist mit Covid-Patienten gefüllt. 

Dabei ist die Lage in den Bezirken höchst unterschiedlich: Als einziger Bezirk meldet Steglitz-Zehlendorf eine Inzidenz unter 200. Marzahn-Hellersdorf ist dagegen inzwischen auf einen traurigen Spitzenwert von 432,7 gestiegen. Viel zu hoch ist die Inzidenz noch in Treptow-Köpenick mit 338,1, Pankow mit 337, Mitte mit 322,5 sowie Spandau mit 321,7. 

Ab Januar könnte Omikron zu deutlich mehr Corona-Infektionen führen

Bei den Impfungen geht es voran, doch das Tempo müsste angesichts der sich verbreitenden Omikron-Variante steigen. Knapp 72 Prozent der Berliner sind nunmehr vollständig immunisiert. Mehr als eine Million Berlinerinnen und Berliner hat inzwischen ihre Booster-Impfung erhalten. Schleppender verläuft der Fortschritt bei den bislang noch Ungeimpften. 

Bei den Virus-Varianten spielt weiterhin Delta die Hauptrolle. Omikron wird zwar mittlerweile in der Statistik erfasst, spielt aber noch keine nennenswerte Rolle bei den Fallzahlen. Das könnte sich allerdings schlagartig ändern, wenn Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstand und Kontaktreduzierung nicht konsequent umgesetzt werden. Virologen rechnen damit, dass ab Januar Infektionen durch die hochansteckende Omikron-Variante sprunghaft ansteigen werden. Ob die Infektionen tatsächlich harmloser verlaufen, ist noch nicht sicher. Neue Daten aus Südafrika lassen hoffen, dass Infektionen mit Omikron seltener zu Krankenhaus-Einweisungen führen. Berichtet wurde allerdings auch, dass coronaerkrankte Kinder deutlich häufiger im Krankenhaus behandelt werden mussten.